DE1058465B - Enzymatisches Waschverfahren - Google Patents
Enzymatisches WaschverfahrenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C11—ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
- C11D—DETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
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Description
DEUTSCHES
Seitdem mit dem Pionierpatent 283 923 erstmalig die Verwendung tryptischer Enzyme in der Wäscherei
beschrieben wurde, haben diese biologischen, Schmutzlöser eine immer steigende Bedeutung gewonnen. Für
die Verwendung enzymhaltiger Waschmittel gilt die in der Fachliteratur und in Druckschriften, der Hersteller
solcher Produkte gegebene Vorschrift, daß die Einweichtemperatur 40° C nicht übersteigen darf.
Beispielsweise heißt es im Lehrbuch von M. WaI-land,
»Kenntnis der Wasch-, Bleich- und Appreturmittel«, Verlag Julius Springer, 1925, S. 176:
»Die Temperatur des Wassers darf 40° C nicht übersteigen, da sonst, die Wirkung des Enzyms
verlorengeht.«
Die gleiche Vorschrift wird von W. Löcher im »Fachlehrbueh für das Wäscherei- und Plätterei-Gewerbe«,
1952, S. 68, gegeben.
Das Schmutzlösevermögen der Enzyme beruht zwar auf einem Zusaniimenspiel der stärkeabbauenden
Amylasen, der eiweißispaltenden Proteasen und der fettspaltenden Lipasen, jedoch kommt dem, Abbau
des auf der Wäsche befindlichen Eiweißes eine überragende Bedeutung zu. Wenn auch die Diastasen noch
bei Temperaturen von 50° C und darüber wirksam sein können, wirken die gleichen Temperaturen auf
Proteasen inaktivierend —- eine Beobachtung, die zu der in der Fachwelt gültigen, Lehre, das Weichen
bzw. Lösen des Schmutzes unterhalb 40° C ablaufen zu lassen, geführt hat. Legt man die Wäsche in
warme Bäder von 45° C und darüber ein, so verschlechtert
sich der Einweicheffekt. Bei Anwendung noch höherer Temperaturen tritt ein »Einbrennen«
des Schmutzes ein, bei dem das Eiweiß koaguliert und fest auf der Faser haftet. Über die Abhängigkeit
des enzymatischen Weichens von der Temperatur haben W. Kind und O. Oldenroth in der Zeitschrift
»Wäscherei-Technik und -Chemie«, 1948, S. 15 bis 17, ausführlich berichtet.
Zusammenfassend kann gesagt werden,, daß für das Einweichen von Wäsche in enzymhaltigen. Flotten
der jeder Hausfrau geläufige Grundsatz gilt, nur in »handwarmem« Wasser zu arbeiten. Diese Regel
wird durch die Erkenntnis, daß es ,sich, dabei um den
Ablauf biochemischer Vorgänge handelt, in überzeugender Weise erklärt. Die Befolgung dieser Regel
bedingt in der Praxis eine verhältnismäßig lange Einweich dauer, die je nach der zur Anwendung kommenden.
Enzymkonzentration und nach dem Verschmutzungsgrad der Wäsche zwischen 20 Minuten
und mehreren Stunden schwankt.
Es wurde nun gefunden, daß mit Hilfe eiweißspaltender Enzyme, die gegebenenfalls auch im Gemisch
mit anderen Enzymarten verwendet werden können, in erheblich kürzerer Zeit als bei dem bisher
Enzymatisch.es Waschverfahren
Anmelder:
Röhm & Haas G.m.b.H.,
Darmstadt, Mainzer Str. 42
Darmstadt, Mainzer Str. 42
Fritz Bien, Düsseldorf,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
bekannten Vorgehen der gleiche oder ein besserer Schmutz lös eeffekt erreicht wird, wenn die kalte
Waschflotte unmittelbar, d. h. im Verlauf von etwa 15 bis 30· Minuten, nach Einbringen, der Enzyme
auf Temperature« von über 70° C erhitzt wird. Auf die bisher als unerläßlich erachtete Einwirkung der
Enzyme nur bei Temperaturen unter 40° C kann bei Durchführung des vorliegenden, Verfahrens verzichtet
und damit eine, vornehmlich in Großwäschereien, wertvolle Zeiteinsparung erzielt werden. Die
in der »Aufheizperiode« entwickelte Wirksamkeit der Enzyme reicht aus, um auch gegebenenfalls in der
Wäsche vorhandene Keime, z. B. Tuberkelbazillen, aus den sie umhüllenden eiweißhaltigen Stoffen, ζ. Β.
aus Sputum, herauszulösen, so daß sie bei der anschließenden Erhitzung mit Sicherheit abgetötet
werden.
Das beschriebene Vorgehen widerspricht der in der Einleitung wiedergegebenen., zur Zeit gültigen Lehre.
Es mußte angenommen werden, daß eine Inaktivierung der biologischen Wirkstoffe bei den rasch erreichten
hohen Temperaturen eintreten und die Enzyme damit unwirksam gemacht würden. Eine solche
»Abtötung« der Enzyme tritt in der Tat ein, jedoch entfalten die Wirkstoffe während des Inaktivierungsprozesses
eine so hohe Wirksamkeit, daß der angestrebte Abbau der Schm.utzst.offe in überraschend
kurzer Zeit erfolgt. Die mit der Temperaturerhöhung verbundene Wirkungssteigerung übertrifft den durch
die Inaktivierung bedingten »Leistungsabfall« der Enzyme in einem nicht vorherzusehenden. Umfang.
Bei dem vorliegenden Verfahren wird also im Gegensatz zu der bisher gültigen Regel eine gegen Ende
des Vorwaschens erfolgende Inaktivierung der Enzyme in Kauf genommen, jedoch wird gleichzeitig
die mit steigender Temperatur eintretende Erhöhung der enzymatischen Wirksamkeit ausgenutzt. Die
»Leistungskurve« der Enzyme durchläuft bei stei-
909 529/440
ίο
genden Temperaturen ein Maximum und sinkt nach
dessen Überschreitung sehr rasch auf Null ab, und zwar bei einer Temperatur, bei der eine Inaktivierung
der: Enzyme,eiüttritf. Diese'Temperatur ist für Enzyme
!verschiedener» Herkunft verschieden, liegt jedoch,
bei den, als Einweichmittel in Frage kommenden,
aus-1 der Bauchspeicheldrüse stammenden oder von ■-•Bakterien oder Schimmelpilzen gebildeten Enzymen
über "7O0C. '"''...;
Das vorliegende Verfahren ist für das maschinelle Waschen, dessen praktische Bedeutung laufend wächst,
von entscheidender Bedeutung. Es ist nunmehr möglich, so vorzugehen, daß die Waschmaschine mit
"Wasser und Schmutzwäsche in an sich üblicherweise beschickt, anschließend das Enzymprodukt zugegeben
und das Ganze unmittelbar danach auf Temperaturen . von über 70° C aufgeheizt wird.
An Hand der nachstehenden Vergleichsversuche soll der mit dem neuen Verfahren erzielte Fortschritt
erläutert werden.
Vergleich s versuche
Von 20 kg normalbeschmutzter Haushaltswäsche mit der jeweils gleichen Anzahl Herrenoberhemden,
Küchenhandtücher, Bett- und Unterwäsche sowie Kontrollstreifen mit gleichmäßig aufgebrachten Blutbeschmutzungen
werden in 1001 Flotte gemäß den nachstehenden Verfahren A und B gewaschen:
Verfahren A
Die Wäsche wird in eine Flotte von etwa 20° C
eingebracht, die 2,5 g/l eines handelsüblichen enzymatischen Waschmittels und 1,5 g/l waschaktive Substanz (40%ig) enthält.
Es wird langsam auf 35° C angewärmt und diese ■Temperatur während einer Dauer von 20 Minuten
aufrechterhalten.
Verfahren B
Die Wäsche wird in eine Flotte von etwa 20° C eingebracht, die 2,5 g/l eines handelsüblichen enzymatischen
Waschmittels und 1,5 g/l waschaktive Substanz (40 °/oig) enthält.
Durch rasches Anheizen wird die Temperatur im Laufe von 15 Minuten unverzüglich auf 75° C gebracht,
und zwar derart, daß die Erwärmung von 60° C auf 75° C innerhalb von 2 Minuten erfolgt. Die
nach dem bekannten Verfahren übliche Vorwaschtemperatur von 350 C ist dabei schon nach 5 Minuten
überschritten.
Daran schließt sich bei beiden Verfahren, das Klarwaschen
bei Temperaturen, von über 80° C in bekannter Weise an. Die Aufheizzeit auf die Klarwaschtemperatur
ist bei Verfahren A entsprechend der niedrigen Vorwaschtemperatur von 35° C wesentlich
länger als bei Verfahren B, so daß das Arbeiten nach Verfahren B eine erhebliche Zeitersparnis mit sich
bringt.
Auf Grund visueller Beobachtung läßt sich bei dem nach Verfahren, B behandelten. Wäschepoeten sowohl
nach dem Vorwaschen als auch nach Beendigung des Waschprozesses ein deutlich besserer Reinigungsgrad
feststellen als bei der nach Verfahren A gewaschenen Wäsche. Insbesondere ist diese Verbesserung, des
Wascheffekts an. den künstlich angeschmutzten Teststreifen sowie beispielsweise den Hemdkragen und
Manschetten, erkennbar.
Claims (2)
1. Enzymatisches Waschverfahren unter Mitverwendung eiweißspaltender Enzyme, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schmutzwäsche in die kalte bis lauwarme enzymhaltige Flotte eingebracht
und unverzüglich, d. h. unter Verzicht auf einen gesonderten Weichvorgang, auf Temperaturen
von über 70° C erhitzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Aufheizung der Flotte auf über 70° C unmittelbar nach Einbringen der Enzyme
in die mit Schmutzwäsche gefüllte Waschmaschine erfolgt.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DER18029A DE1058465B (de) | 1955-12-24 | 1955-12-24 | Enzymatisches Waschverfahren |
Publications (1)
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Family
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Family Applications (1)
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| DE (1) | DE1058465B (de) |
| FR (1) | FR1168187A (de) |
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1956
- 1956-12-17 FR FR1168187D patent/FR1168187A/fr not_active Expired
- 1956-12-19 GB GB3872556A patent/GB814772A/en not_active Expired
Also Published As
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| FR1168187A (fr) | 1958-12-04 |
| GB814772A (en) | 1959-06-10 |
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