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DE1058465B - Enzymatisches Waschverfahren - Google Patents

Enzymatisches Waschverfahren

Info

Publication number
DE1058465B
DE1058465B DER18029A DER0018029A DE1058465B DE 1058465 B DE1058465 B DE 1058465B DE R18029 A DER18029 A DE R18029A DE R0018029 A DER0018029 A DE R0018029A DE 1058465 B DE1058465 B DE 1058465B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
enzymes
laundry
temperature
washing process
temperatures
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER18029A
Other languages
English (en)
Inventor
Fritz Bien
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Roehm GmbH Darmstadt
Original Assignee
Roehm and Haas GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Roehm and Haas GmbH filed Critical Roehm and Haas GmbH
Priority to DER18029A priority Critical patent/DE1058465B/de
Priority to FR1168187D priority patent/FR1168187A/fr
Priority to GB3872556A priority patent/GB814772A/en
Publication of DE1058465B publication Critical patent/DE1058465B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D3/00Other compounding ingredients of detergent compositions covered in group C11D1/00
    • C11D3/16Organic compounds
    • C11D3/38Products with no well-defined composition, e.g. natural products
    • C11D3/386Preparations containing enzymes, e.g. protease or amylase

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)

Description

DEUTSCHES
Seitdem mit dem Pionierpatent 283 923 erstmalig die Verwendung tryptischer Enzyme in der Wäscherei beschrieben wurde, haben diese biologischen, Schmutzlöser eine immer steigende Bedeutung gewonnen. Für die Verwendung enzymhaltiger Waschmittel gilt die in der Fachliteratur und in Druckschriften, der Hersteller solcher Produkte gegebene Vorschrift, daß die Einweichtemperatur 40° C nicht übersteigen darf. Beispielsweise heißt es im Lehrbuch von M. WaI-land, »Kenntnis der Wasch-, Bleich- und Appreturmittel«, Verlag Julius Springer, 1925, S. 176:
»Die Temperatur des Wassers darf 40° C nicht übersteigen, da sonst, die Wirkung des Enzyms verlorengeht.«
Die gleiche Vorschrift wird von W. Löcher im »Fachlehrbueh für das Wäscherei- und Plätterei-Gewerbe«, 1952, S. 68, gegeben.
Das Schmutzlösevermögen der Enzyme beruht zwar auf einem Zusaniimenspiel der stärkeabbauenden Amylasen, der eiweißispaltenden Proteasen und der fettspaltenden Lipasen, jedoch kommt dem, Abbau des auf der Wäsche befindlichen Eiweißes eine überragende Bedeutung zu. Wenn auch die Diastasen noch bei Temperaturen von 50° C und darüber wirksam sein können, wirken die gleichen Temperaturen auf Proteasen inaktivierend —- eine Beobachtung, die zu der in der Fachwelt gültigen, Lehre, das Weichen bzw. Lösen des Schmutzes unterhalb 40° C ablaufen zu lassen, geführt hat. Legt man die Wäsche in warme Bäder von 45° C und darüber ein, so verschlechtert sich der Einweicheffekt. Bei Anwendung noch höherer Temperaturen tritt ein »Einbrennen« des Schmutzes ein, bei dem das Eiweiß koaguliert und fest auf der Faser haftet. Über die Abhängigkeit des enzymatischen Weichens von der Temperatur haben W. Kind und O. Oldenroth in der Zeitschrift »Wäscherei-Technik und -Chemie«, 1948, S. 15 bis 17, ausführlich berichtet.
Zusammenfassend kann gesagt werden,, daß für das Einweichen von Wäsche in enzymhaltigen. Flotten der jeder Hausfrau geläufige Grundsatz gilt, nur in »handwarmem« Wasser zu arbeiten. Diese Regel wird durch die Erkenntnis, daß es ,sich, dabei um den Ablauf biochemischer Vorgänge handelt, in überzeugender Weise erklärt. Die Befolgung dieser Regel bedingt in der Praxis eine verhältnismäßig lange Einweich dauer, die je nach der zur Anwendung kommenden. Enzymkonzentration und nach dem Verschmutzungsgrad der Wäsche zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden schwankt.
Es wurde nun gefunden, daß mit Hilfe eiweißspaltender Enzyme, die gegebenenfalls auch im Gemisch mit anderen Enzymarten verwendet werden können, in erheblich kürzerer Zeit als bei dem bisher Enzymatisch.es Waschverfahren
Anmelder:
Röhm & Haas G.m.b.H.,
Darmstadt, Mainzer Str. 42
Fritz Bien, Düsseldorf,
ist als Erfinder genannt worden
bekannten Vorgehen der gleiche oder ein besserer Schmutz lös eeffekt erreicht wird, wenn die kalte Waschflotte unmittelbar, d. h. im Verlauf von etwa 15 bis 30· Minuten, nach Einbringen, der Enzyme auf Temperature« von über 70° C erhitzt wird. Auf die bisher als unerläßlich erachtete Einwirkung der Enzyme nur bei Temperaturen unter 40° C kann bei Durchführung des vorliegenden, Verfahrens verzichtet und damit eine, vornehmlich in Großwäschereien, wertvolle Zeiteinsparung erzielt werden. Die in der »Aufheizperiode« entwickelte Wirksamkeit der Enzyme reicht aus, um auch gegebenenfalls in der Wäsche vorhandene Keime, z. B. Tuberkelbazillen, aus den sie umhüllenden eiweißhaltigen Stoffen, ζ. Β. aus Sputum, herauszulösen, so daß sie bei der anschließenden Erhitzung mit Sicherheit abgetötet werden.
Das beschriebene Vorgehen widerspricht der in der Einleitung wiedergegebenen., zur Zeit gültigen Lehre. Es mußte angenommen werden, daß eine Inaktivierung der biologischen Wirkstoffe bei den rasch erreichten hohen Temperaturen eintreten und die Enzyme damit unwirksam gemacht würden. Eine solche »Abtötung« der Enzyme tritt in der Tat ein, jedoch entfalten die Wirkstoffe während des Inaktivierungsprozesses eine so hohe Wirksamkeit, daß der angestrebte Abbau der Schm.utzst.offe in überraschend kurzer Zeit erfolgt. Die mit der Temperaturerhöhung verbundene Wirkungssteigerung übertrifft den durch die Inaktivierung bedingten »Leistungsabfall« der Enzyme in einem nicht vorherzusehenden. Umfang. Bei dem vorliegenden Verfahren wird also im Gegensatz zu der bisher gültigen Regel eine gegen Ende des Vorwaschens erfolgende Inaktivierung der Enzyme in Kauf genommen, jedoch wird gleichzeitig die mit steigender Temperatur eintretende Erhöhung der enzymatischen Wirksamkeit ausgenutzt. Die »Leistungskurve« der Enzyme durchläuft bei stei-
909 529/440
ίο
genden Temperaturen ein Maximum und sinkt nach dessen Überschreitung sehr rasch auf Null ab, und zwar bei einer Temperatur, bei der eine Inaktivierung der: Enzyme,eiüttritf. Diese'Temperatur ist für Enzyme !verschiedener» Herkunft verschieden, liegt jedoch, bei den, als Einweichmittel in Frage kommenden, aus-1 der Bauchspeicheldrüse stammenden oder von ■-•Bakterien oder Schimmelpilzen gebildeten Enzymen über "7O0C. '"''...;
Das vorliegende Verfahren ist für das maschinelle Waschen, dessen praktische Bedeutung laufend wächst, von entscheidender Bedeutung. Es ist nunmehr möglich, so vorzugehen, daß die Waschmaschine mit "Wasser und Schmutzwäsche in an sich üblicherweise beschickt, anschließend das Enzymprodukt zugegeben und das Ganze unmittelbar danach auf Temperaturen . von über 70° C aufgeheizt wird.
An Hand der nachstehenden Vergleichsversuche soll der mit dem neuen Verfahren erzielte Fortschritt erläutert werden.
Vergleich s versuche
Von 20 kg normalbeschmutzter Haushaltswäsche mit der jeweils gleichen Anzahl Herrenoberhemden, Küchenhandtücher, Bett- und Unterwäsche sowie Kontrollstreifen mit gleichmäßig aufgebrachten Blutbeschmutzungen werden in 1001 Flotte gemäß den nachstehenden Verfahren A und B gewaschen:
Verfahren A
Die Wäsche wird in eine Flotte von etwa 20° C eingebracht, die 2,5 g/l eines handelsüblichen enzymatischen Waschmittels und 1,5 g/l waschaktive Substanz (40%ig) enthält.
Es wird langsam auf 35° C angewärmt und diese ■Temperatur während einer Dauer von 20 Minuten aufrechterhalten.
Verfahren B
Die Wäsche wird in eine Flotte von etwa 20° C eingebracht, die 2,5 g/l eines handelsüblichen enzymatischen Waschmittels und 1,5 g/l waschaktive Substanz (40 °/oig) enthält.
Durch rasches Anheizen wird die Temperatur im Laufe von 15 Minuten unverzüglich auf 75° C gebracht, und zwar derart, daß die Erwärmung von 60° C auf 75° C innerhalb von 2 Minuten erfolgt. Die nach dem bekannten Verfahren übliche Vorwaschtemperatur von 350 C ist dabei schon nach 5 Minuten überschritten.
Daran schließt sich bei beiden Verfahren, das Klarwaschen bei Temperaturen, von über 80° C in bekannter Weise an. Die Aufheizzeit auf die Klarwaschtemperatur ist bei Verfahren A entsprechend der niedrigen Vorwaschtemperatur von 35° C wesentlich länger als bei Verfahren B, so daß das Arbeiten nach Verfahren B eine erhebliche Zeitersparnis mit sich bringt.
Auf Grund visueller Beobachtung läßt sich bei dem nach Verfahren, B behandelten. Wäschepoeten sowohl nach dem Vorwaschen als auch nach Beendigung des Waschprozesses ein deutlich besserer Reinigungsgrad feststellen als bei der nach Verfahren A gewaschenen Wäsche. Insbesondere ist diese Verbesserung, des Wascheffekts an. den künstlich angeschmutzten Teststreifen sowie beispielsweise den Hemdkragen und Manschetten, erkennbar.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Enzymatisches Waschverfahren unter Mitverwendung eiweißspaltender Enzyme, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmutzwäsche in die kalte bis lauwarme enzymhaltige Flotte eingebracht und unverzüglich, d. h. unter Verzicht auf einen gesonderten Weichvorgang, auf Temperaturen von über 70° C erhitzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Aufheizung der Flotte auf über 70° C unmittelbar nach Einbringen der Enzyme in die mit Schmutzwäsche gefüllte Waschmaschine erfolgt.
DER18029A 1955-12-24 1955-12-24 Enzymatisches Waschverfahren Pending DE1058465B (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DER18029A DE1058465B (de) 1955-12-24 1955-12-24 Enzymatisches Waschverfahren
FR1168187D FR1168187A (fr) 1955-12-24 1956-12-17 Procédé enzymatique de lavage
GB3872556A GB814772A (en) 1955-12-24 1956-12-19 Improvements in or relating to washing of laundry

Applications Claiming Priority (1)

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DER18029A DE1058465B (de) 1955-12-24 1955-12-24 Enzymatisches Waschverfahren

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1058465B true DE1058465B (de) 1959-06-04

Family

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DER18029A Pending DE1058465B (de) 1955-12-24 1955-12-24 Enzymatisches Waschverfahren

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FR (1) FR1168187A (de)
GB (1) GB814772A (de)

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FR1168187A (fr) 1958-12-04
GB814772A (en) 1959-06-10

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