Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Extrakten aus Mikroorganismen, insbesondere zur Herstellung essbarer Extrakte.
Bekanntlich können essbare Hefeextrakte hergestellt werden, beispielsweise aus Saccharomyces cerevisiae, S. carlsbergensis und S. fragilis. Ein typisches Produkt dieser Art wird unter der Handelsbezeichnung Marmite verkauft. Lange Jahre hindurch wurden die Hefen als Nebenprodukte technischer Gärverfahren, beispielsweise der Bierbrauerei, erhalten, und zwar relativ billig. Die Situation hat sich inzwischen ge ändert, und wegen der rasch ansteigenden Nachfrage nach Hefen wird das Angebot knapp. Es wurde versucht, Hefen speziell zur Extraktherstellung zu züchten; so hergestellte Hefen werden jedoch relativ teuer, da die Hefen hinsichtlich ihres Nährstoffbedarfes etwas anspruchsvoll sind und daher relativ teure Wachstumsmedien erfordern.
Ziel vorliegender Erfindung ist die Bereitstellung von Extrakten, die mit Hefeextrakten vergleichbar sind und meist einfacher und billiger als letztere erhalten werden können.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Extraktes aus einen Schimmel-Pilz, welcher mindestens im wesentlichen sporenfrei ist. Bei diesem Verfahren wird eine Zersetzung der Zellbestandteile des Pilzes ver ursacht, und dann wird der resultierende Extrakt von Zellrückständen, nicht verdautem Zellmaterial und anderen groben Feststoffen abgetrennt.
Die erfindungsgemäss erhältlichen Extrakte sind gewöhnlich reich an Aminosäuren, Vitaminen, Biofaktoren (d. h.
Enzymen und Nukleinsäuren) und Co-Faktoren (d. h. Co Enzymen, Vitaminen und Mineralsalzen). Sie stellen daher wertvolle Ergänzungen von Nahrungsmitteln für Mensch und Tier dar. Im allgemeinen besitzen sie charakteristische pflanz liche oder fleischartige Aromen und können daher als ge schmacksgebende Zusätze verwendet werden. Ferner können die erfindungsgemäss erhältlichen Extrakte als Nährstoffe für
Mikroorganismen eingesetzt werden. Die Ausdrücke Hefen und Schimmel-Pilze sind, trotz ihrer häufigen Verwendung, etwas unbestimmt. Hefen können als Pilze definiert werden, die keine ausgeprägten asexuellen Luftsporen (Konidien) bilden und die mindestens einen Teil des vegetativen Zyklus als individuelle Einzelzellen verbringen ( The Life of
Yeasts , H. J. Phaff, M. W. Miller und E. M. Mrak, Harvard
University Press, 1966).
Die Hefen werden nicht sämtliche in einer Klasse untergebracht, und während die Hauptmenge zur Klasse Ascomyceten gehört, treten andere Hefen in den Klas sen Basidiomyceten und Deuteromyceten auf. In der vorlie genden Beschreibung werden unter der Bezeichnung Schim melpilze Pilze verstanden, die durch ein Wachstum in der vegetativen Phase in Form filamentartiger Mycelien gekennzeichnet sind. Nahezu sämtliche Schimmelpilze produzieren gut definierte Sporophyten an der Luft-Grenzfläche, die Sporen entwickeln. Auch die Schimmelpilze sind nicht auf be stimmte Familien oder Klassen beschränkt, obgleich be stimmte Familien mehr charakteristische Typen aufweisen können wie andere Familien. Allgemein wurde festgestellt, dass Schimmelpilze der Klasse Fungi Imperfecti oder Deuteromycetes für die Zwecke vorliegender Erfindung besonders geeignet sind.
Erfindungsgemäss kann auch ein Gemisch aus zwei oder mehreren Schimmelpilzen eingesetzt werden.
Die Sporenbildung bei Pilzen ist häufig mit einem unangenehmen moderigen oder schimmeligen Geruch oder Geschmack verbunden, so dass der Verwendung von Schimmelpilzen als Quelle für Nahrungsmittel wenig Beachtung geschenkt wurde. Einige Schimmelpilze sind ferner giftig, obgleich häufig das giftige Prinzip in den Sporen vorliegt. Die erfindungsgemäss erhältlichen Extrakte sind im allgemeinen sporenfrei, und falls Sporen anfangs vorliegen, dann nur in kleinen Mengen, die leicht aus dem Extrakt entfernt werden können.
Das Wachstum der Schimmelpilze wird vorzugsweise unter solchen Bedingungen vorgenommen, dass nur wenige oder keine Sporen vorliegen. Die Erfindung arbeitet jedoch auch mit Schimmelpilzen, die unter solchen Bedingungen gezüchtet werden, dass Sporen in merklichen Mengen vorhanden sind.
Die Sporen werden dann vom Rest der Pilze abgetrennt, ehe die Extraktherstellung erfolgt.
Um eine Sporenbildung während der Züchtung soweit als möglich zu vermeiden, werden die Pilze vorzugsweise unter submersen Bedingungen in einer nährstoffhaltigen Flüssigkeit gezüchtet, durch welche Sauerstoff oder ein sauerstoffhaltiges Gas, wie Luft, geleitet wird. Wie nachstehend näher erläutert werden wird, kann die Nährstofflösung einen erfindungsgemäss erhältlichen Extrakt umfassen. Die Pilzzüchtung kann chargenweise, kontinuierlich oder halbkontinuierlich durchgeführt werden, wobei die nährstoffhaltige Flüssigkeit in den unteren Teil eines Tanks eingeführt wird, in welchem die Züchtung erfolgt, und ein Teil der Pilze kontinuierlich oder von Zeit zu Zeit abgezogen wird.
Kontinuierliche Verfahren zum Züchten von Schimmelpilzen sind in der britischen Patentschrift Nr. 1133 875 beschrieben. Das Ziel des dortigen Verfahrens besteht darin, von den Schimmelpilzen produzierte und von deren Zellen nach aussen abgegebene Produkte, die gewöhnlich als Metaboliten bezeichnet werden, abzutrennen und einer Verwendung zuzuführen.
Schimmelpilze werden in technischem Massstab zur Herstellung verschiedener Metaboliten, insbesondere von Antibiotika, wie Penicillin, gezüchtet. Bisher wurden die Pilze selbst als Abfall verworfen. Durch Anwendung der vorliegenden Erfindung wird jedoch ihre Verwendung möglich. Praktische Versuche ergaben bereits, dass auch diese Pilze essbare Extrakte liefern.
Daneben können Schimmelpilze jedoch speziell für die Zwecke des vorliegenden Verfahrens gezüchtet werden. Bestimmte Schimmelpilze können wesentlich billiger als Hefen gezüchtet werden, da die Wachstumsbedingungen weniger kritisch sind als bei Hefen, und da man Nährstoffe einsetzen kann, die billiger sind als die Nährstoffe für Hefen.
Nach der Herstellung durch submerse belüftete Züchtung können die Schimmelpilze in Form von Pellets oder in freier Form vorliegen, je nach der Morphologie des jeweiligen Pilzes. Der Pilz wird dann üblichenveise von der Nährflüssigkeit abgetrennt, z. B. durch Filtrieren, und anschliessend vorzugsweise gewaschen. Man kann ihn dann in einer relativ geringen Menge Wasser oder einer anderen Flüssigkeit wieder suspendieren, wobei die Flüssigkeit vorzugsweise die Waschlaugen des abfiltrierten Rückstandes nach der Extraktion umfasst.
Die Flüssigkeitsmenge sollte lediglich zur Herstellung einer frei fliessenden Suspension ausreichen, obgleich, wie nachstehend näher beschrieben werden wird, die Ausbeute an Extrakt pro Zeiteinheit wie auch die maximale Extraktausbeute von der Flüssigkeitsmenge abhängen.
Gemäss einer anderen Ausführungsform wird der Pilz nicht direkt nach der Abtrennung von der Nährflüssigkeit wieder suspendiert, sondern zunächst getrocknet, beispielsweise in einem Ringtrockner, und pulverisiert. Das Pulver wird dann, wie oben beschrieben, suspendiert.
Die Suspension enthält vorzugsweise zwischen etwa 5 und 20 g Pilz pro 100 ml Flüssigkeit.
Falls der Schimmelpilz nicht getrocknet und pulverisiert wurde, wird die Suspension vorzugsweise einer physikalischen Behandlung unterworfen, bei welcher die Zellwände aufgebrochen werden. Beispielsweise kann man die Suspension in einem Mischer behandeln, der durch Scherkräfte die Zellwände zerstört.
Die physikalischen Bedingungen werden vorzugsweise so eingestellt, dass der Zellzerfall begünstigt wird. Dieser wird durch verschiedene hydrolytische Enzyme, die normalerweise in den Zellen vorhanden sind, bewirkt. Die wichtigste Reaktion ist die Hydrolyse von Proteinen durch proteolytische Enzyme unter Bildung von Peptiden und Aminosäuren. Daneben laufen auch andere Reaktionen ab, beispielsweise werden durch die Carbohydrasen die Kohlehydrate und durch Lipasen die Fette hydrolysiert. Wurde der Pilz getrocknet und pulverisiert, so können die Enzyme dabei zerstört worden sein.
Ein Zusatz der entsprechenden Enzyme zum Gemisch ist dann erforderlich. Auch wenn die den Schimmelpilzen entstammenden Enzyme bereits im Gemisch vorliegen, kann der Zusatz weiterer Enzyme, insbesondere proteolytischer Enzyme, zweckmässig sein.
Das bevorzugte Enzym ist Pepsin. Dieses Enzym arbeitet unter sauren Bedingungen, weshalb der pH-Wert des Gemisches vorzugsweise auf etwa 4,5 bis etwa 3,0 eingestellt wird, zweckmässig durch Zusatz von konzentrierter Salzsäure oder eines Gemischs aus konzentrierter Salzsäure und Eisessig.
Auch Zitronensäure kann allein oder im Gemisch mit Salzsäure oder Essigsäure oder beiden verwendet werden. Es wurde festgestellt, dass bei Verwendung von Essigsäure die Ausbeute merklich ansteigt. Im allgemeinen bevorzugt man jedoch, den pH-Wert stärker zu erniedrigen, als mit Essigsäure allein möglich, daher bevorzugt man den Zusatz einer starken Säure, wie Salzsäure, auch neben der Verwendung von Essigsäure. Anstelle von Pepsin kann auch Trypsin verwendet werden, das jedoch unter alkalischen Bedingungen wirksam wird und daher eine entsprechende pH-Werteinstellung erfordert. Da vorzugsweise das resultierende Produkt sauer sein soll, bevorzugt man Enzyme, die saure Bedingungen fordern.
Die Wahl des Enzyms hängt vom jeweiligen Schimmelpilz, der Aktivität des Extraktes (die allerdings entsprechend dem Bedarf des Enzyms eingestellt werden kann) und dem Ausmass der Autolyse ab. Die am besten geeigneten Enzymmengen können experimentell ermittelt werden. Normalerweise werden weniger als 0,5 g pro 100 ml Suspension benötigt.
Falls erforderlich, kann das Enzym mit einer geringen Menge eines Netzmittels dispergiert werden.
Es wurde beobachtet, dass durch die Enzyme der modrige oder schimmlige Geruch weitgehend beseitigt wird, obgleich dieser Vorgang noch nicht verstanden wurde. Wie bereits erwähnt, gehen solche Gerüche gewöhnlich von den Sporen aus.
Obgleich die Anwesenheit von Sporen erfindungsgemäss so weit als möglich vermieden wird, werden in der Praxis gewöhnlich doch geringe Sporenmengen vorgefunden.
Man lässt den Zerfall oder die Lysis vorzugsweise etwa 6 bis etwa 70 Stunden lang fortschreiten. Während dieser Zeit wird das Gemisch vorzugsweise bei einer Temperatur von nicht weniger als etwa 40 C und nicht mehr als 60 C gehalten, da die Enzyme gewöhnlich bei höheren Temperaturen unwirksam werden.
Bei einigen Schimmelpilzen trittwährend derLysis Sporenbildung auf. Um diese Neigung zu vermindern, wird das Gemisch vorzugsweise von der Luft ausgeschlossen, indem es entweder in einem geschlossenen Gefäss gehalten oder durch Inertgas, wie Kohlendioxyd, abgeschlossen wird.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird der Extrakt von den Zellrückständen, nicht verdautem Zellmaterial und anderen groben Feststoffen durch Zentrifugieren abgetrennt. Restlicher modriger oder schimmeliger Geruch kann zu diesem Zeitpunkt beseitigt werden, indem man Aktivkohle zugibt und anschliessend den Extrakt filtriert. Der Rückstand kann mit Wasser gewaschen werden, und wie vorstehend bereits erwähnt, können die Waschlösungen zur Herstellung einer nachfolgenden Pilzsuspension eingesetzt werden.
Der Extrakt wird vorzugsweise pasteurisiert oder sterilisiert und damit vor Verderb geschützt. Er stellt ein ausgezeichnetes Nährmittel für Mikroorganismen dar.
Dieser Extrakt kann ohne weitere Behandlung als Nährstoff bei der Züchtung von Mikroorganismen verwendet werden. Die Extrakte enthalten häufig hohe Anteile an Aminosäuren, insbesondere Lysin, und sind aus diesem Grund besonders für den genannten Zweck brauchbar. Besteht das Züchtungsmedium aus einem Kohlehydrat, z. B. Molassen, so liegt die eingesetzte Extraktmenge derart, dass man ein Verhältnis Kohlenstoff: Stickstoff von etwa 10:1 erzielt. Der Extrakt kann anstelle des bisher eingesetzten Ammoniumsulfats dienen.
Wird der Extrakt als Stickstoff- und Vitamin-Träger oder als aromatisierendes Additiv für Nahrungsmittel verwendet, so wird vorzugsweise eine Nachbehandlung angeschlossen.
Man kann Nukleotide, z. B. ein Mononatriumglutamat, zugeben. Ferner wird vorzugsweise Natriumchlorid zugesetzt, welches einer Stabilisierung gegen mikrobiologischen Angriff und einer Verstärkung des Aromas dient. Die Farbe des Extraktes kann durch Zusatz von färbenden Mitteln, beispielsweise Karamel, eingestellt werden.
Ferner kann es empfehlenswert sein, den pH-Wert des Extrakts einzustellen; überraschenderweise wurde nämlich festgestellt, dass der pH-Wert einen starken Einfluss auf den Geschmack des Extrakts ausübt. Ein typischer Extrakt gemäss vorliegender Erfindung kann relativ sauer sein mit einem pH-Wert bis hinunter zu 3,6. Ein solcher Extrakt ist natürlich sehr herb im Geschmack, ergibt jedoch ein allgemeines Gemüsearoma. Mit steigendem pH-Wert wird das Aroma fleischartiger, bis ein pH-Wert von 6,0 oder 7,0 erreicht ist.
Zur Erhöhung der Acidität wird vorzugsweise Salzsäure oder Essigsäure oder Zitronensäure oder ein Gemisch aus zweien oder sämtlichen drei Säuren verwendet. Zur Verminderung der Acidität verwendet man vorzugsweise Natriumhydroxyd.
Schliesslich kann der Extrakt im Vakuum eingedampft oder sprühgetrocknet, in Schalen getrocknet oder gefriergetrocknet werden, wobei man je nach Wunsch ein flüssiges oder trockenes Endprodukt erhält.
Gewöhnlich ist es zweckmässig, dem Extrakt vor der Verwendung Natriumchlorid zuzusetzen; letzteres kann jedoch auch vom Verbraucher zugegeben werden. Zum Verkauf kann der Extrakt daher ohne Salz oder mit weniger als der schliesslich gewünschten Salzmenge formuliert werden.
Die erfindungsgemäss erhältlichen Extrakte können in gleicher Weise wie die bisher bekannten Hefeextrakte verwendet werden.
In den folgenden Beispielen bezeichnet der Ausdruck Prozent Extraktausbeute das Verhältnis des Trockengewichts des Extrakts, vor Zusatz von Additiven, zum Trockengewicht des Schimmelpilzes, aus welchem der Extrakt hergestellt wurde, ausgedrückt in Prozent. Mit Prozent (Gewicht/ Volumen) werden in den folgenden Beispielen die Anzahl Gramm/Substanz pro 100 ml Flüssigkeit verstanden.
Beispiel 1
Es wurde ein Extrakt aus Penicillium notatum hergestellt.
Der Schimmelpilz war in submerser belüfteter Kultur gezüchtet worden und war im wesentlichen sporenfrei. Das Mycel war relativ dickwandig, und vorhandene Scheidewände neigten zum Bruch an den Septa beim Homogenisieren. Diese Faktoren mögen die relativ niedrigen Ausbeuten an Extrakt beeinflusst haben.
3,2 kg des feuchten Mycels wurden in destilliertem Wasser suspendiert, wobei man ein Gemisch mit 10% (Gewicht/Volumen) Feststoffen erhielt. Das Trockengewicht einer kleinen Probe wurde bestimmt, woraus 600 g ermittelt wurden. Die Suspension wurde in einem Silverson-Mischer 5-15 Minuten lang homogenisiert, wobei die Zellen zerschnitten und vermischt wurden. Durch Zusatz von Zitronensäure wurde der pH-Wert auf 4,5 eingestellt. Dann wurde genügend Rinderpepsin zugesetzt, um eine Konzentration von 0,25 % (Gewicht/Volumen) zu erzielen. Das Enzym war vor dem Zusatz in einer geringen Menge einer 0,05%gen Lösung eines Netzmittels Tween 80 dispergiert worden.
Das Gemisch wurde dann in eine grosse Saugflasche überführt, welche sich in einem Wasserbad von 50-55" C befand. Dann wurde die Suspension kontinuierlich 3 Tage lang gerührt, wobei der Zellzerfall stattfand.
Nicht verdauter fester Rückstand wurde vom resultierenden Extrakt durch Zentrifugieren bei 8 000 pM während 10 Minuten abgetrennt. Die weitere Klärung des Extraktes erfolgte durch Filtrieren durch eine Kieselgur-Schicht, die vorher mit einer zur Geruchsbeseitigung ausreichenden Wassermenge gewaschen worden war.
Das Filtrat wurde in einem Dünnschichtverdampfer bei einer Temperatur von nicht mehr als 45" C konzentriert, und der Extrakt wurde im Kreislauf geführt, bis er viskos geworden war. Man erhielt so ein Konzentrat in einer Menge von 225 g Nassgewicht.
Der gesamte Feststoffgehalt des Extraktes wurde anhand der spezifischen Dichte einer Probe der konzentrierten Lösung bestimmt. Der Feststoffgehalt belief sich auf etwa 75 g, d. h., der Prozentwert Extrakt betrug 12,5%.
Die konzentrierte Lösung wurde in zwei Portionen unterteilt. Eine Portion wurde auf einem Rotations-Dünnschichtverdampfer auf einem Wasserbad von 60 C bei vermindertem Druck eingedampft. Die Lösung wurde konzentriert, bis der resultierende Extrakt einen Feststoffgehalt von etwa 75% aufwies. Dieser Extrakt war geeignet als Nährmittel für Fermentationsprozesse.
Der pH-Wert der weiteren Portion wurde durch Zusatz einer n-Natriumhydroxydlösung auf 5,9 eingestellt. Dann wurde die zur Erzielung einer Endkonzentration von 10 Gewichtsprozent erforderliche Salzmenge zugegeben, dann wurde, wie oben beschrieben, auf einem Rotations-Dünnschichtverdampfer in einem Wasserbad von 60 C bei vermindertem Druck eingedampft bis zu einem Feststoffgehalt des Extrakts von etwa 75 %. Dieser Extrakt konnte als Ergänzung oder Aroma für Nährmittel eingesetzt werden. Der Geschmack war etwas sauer, vermutlich jedoch aufgrund der zugesetzten Zitronensäure.
Beispiel 2
Nach der Arbeitsweise von Beispiel 1 wurde ein Extrakt aus Aspergillus oryzae hergestellt, wobei jedoch anstelle von Zitronensäure konzentrierte Salzsäure verwendet wurde. Das Mycel war dünnwandig und neigte zum Wachstum in Pellets.
Es wurde weitgehend aufgerissen. Man ging von 2,3 kg feuchtem Mycel aus, Trockengewicht 470 g. Das Nassgewicht des Extrakts betrug etwa 200 g, das Trockengewicht etwa 70 g.
Der Prozentausbeute-Extrakt lag somit bei etwa 15%. Der Extrakt besass ein sehr angenehmes Aroma.
Beispiel 3
Aus Giberella fujikuroi, einem Abfallprodukt der technischen Herstellung von Giberellinen, wurde nach der Arbeitsweise von Beispiel 1, jedoch unter Verwendung von konzentrierter Salzsäure anstelle der Zitronensäure, ein Extrakt hergestellt. Die Hyphen des Mycels waren extrem fein und zerbrachen leicht. Es wurde von 4,7 kg feuchtem Mycel, Trokkengewicht 700 g, ausgegangen. Das Nassgewicht des Extraktes betrug 280 g, das Trockengewicht 120 g, die Prozentausbeute somit 17,1%. Der Extrakt besass eine blass-goldgelbe Farbe und ein sehr angenehmes Aroma.
Beispiel 4
Nach dem Verfahren von Beispiel 1 wurde unter Verwendung von konzentrierter Salzsäure anstelle der Zitronensäure ein Extrakt aus Aspergillus luchuensis hergestellt. Das Mycel war dünnwandig und leicht zerreissbar, beim Homogenisieren wurde jedoch eine sehr viskose Suspension erhalten, die schwierig zu rühren war. Aus dieser Schwierigkeit resultierte vermutlich die niedrige Ausbeute. Das Mycelium zeigte ferner eine Neigung zur starken Sporenbildung während der Lysis.
Es wurde von 4,1 kg feuchtem Mycel ausgegangen, Trockengewicht 800 g. Das Nassgewicht des Extraktes betrug 500 g, das Trockengewicht 110 g, Prozentualausbeute somit 13,8%.
Der Extrakt besass ein angenehmes Aroma, war jedoch von granulärer Konsistenz.
Beispiel 5
Nach der Arbeitsweise von Beispiel 1, jedoch unter Verwendung von konzentrierter Salzsäure anstelle der Zitronensäure, wurde ein Extrakt aus Penicillium chrysogenum hergestellt. Das Mycel war dickwandig und widerstand der Homogenisierung, so dass niedrige Ausbeuten erzielt wurden. Es wurde von 3,8 kg feuchtem Mycel, Trockengewicht 600 g, ausgegangen. Das Nassgewicht des Extrakts betrug 620 g, das Trockengewicht 62 g, die prozentuale Ausbeute somit 10%.
Der Extrakt besass ein schwächeres Aroma als die Extrakte gemäss den Beispielen 14.
Beispiel 6
Es wurde ein Extrakt aus Aspergillus niger hergestellt.
Das Mycel wurde ringgetrocknet und zu einem Pulver vermahlen. Das Pulver wurde gesiebt, und nur Teilchen von weniger als 500 Micron wurden verwendet. Dieses Pulver wurde in Wasser in einer Menge von 5% (Gewicht/Volumen) suspendiert, und der pH-Wert wurde durch Zusatz eines Gemischs aus Eisessig und konzentrierter Salzsäure im Verhältnis 1:1 auf 3,0 eingestellt. Die Temperatur wurde dann auf 40 C erhöht, danach wurde Rinderpepsin in einer Menge von 0,1 % (Gewicht/Volumen) zugegeben, dann wurde 24 Stunden lang gerührt. Das resultierende Gemisch wurde bei 8 000 Umdrehungen pro Minute 10 Minuten lang zentrifugiert, und der Rückstand wurde mit einer Wassermenge gewaschen, die der Hälfte des Volumens der zuvor extrahierten Flüssigkeit entsprach. Die Waschlösungsrückstände wurden dem Produkt zugeschlagen.
Der Extrakt wurde durch Filtrieren durch vorgängig mit Wasser gut gewaschene Kieselgur geklärt. Dann wurde im Vakuum bei einer Temperatur von nicht mehr als 45" C eingeengt. Der Extrakt konnte in dieser Form verwendet oder wie in Beispiel 1 weiterbehandelt werden zwecks Herstellung eines geeigneten Aromas. Die Prozentausbeute betrug 46%.
Analoge Versuche wurden durchgeführt, um Veränderun gen durch geänderte Suspensionskonzentrationen und den
Einfluss des Waschens der durch Zentrifugieren abgetrenn ten Feststoffe zu ermitteln. Die Ergebnisse sind in der folgen den Tabelle I zusammengefasst:
Tabelle I Suspensions- % Extraktausbeute % Extraktausbeute konzentration einschl. dem Wasch- ausschl. dem Wasch lösungsrückstand lösungsrückstand
5% (Gew./Vol.) 46% 37%
10% (Gew./Vol.) 32% 21%
15% (Gew./Vol.) 23% 16% 20% (Gew./Vol.) 19% 11%
Den Unterschied zwischen den Werten in den beiden Kolonnen machen die Extraktmengen aus, die auf den Fest stoffen nach dem Zentrifugieren festgehalten werden, von diesen jedoch durch Waschen abgetrennt werden können.
Obgleich mit niedriger Suspensionskonzentration eine maximale Ausbeute erzielt wird, kann in der Praxis die Anwendung höherer Konzentrationen vorzuziehen sein, da bei niedriger Suspensionskonzentration wesentlich grössere Was sermengen eingedampft werden müssen. Eine zweckmässige
Konzentration liegt häufig zwischen 15 und 20% (Gewicht/ Volumen).
Um die einzudampfenden Wassermengen bei Mitverwen dung der Waschrückstände zu verringern, ist es zweckmässig, die Waschlösungen bei der Herstellung von Suspensionen aus gepulvertem trockenem Mycel einzusetzen.
Beispiel 7
Ein Extrakt wurde aus Aspergillus niger hergestellt. Das Mycel wurde bei etwa 60 C 18 Stunden lang an der Luft getrocknet, dann zerkleinert und, wie in Beispiel 6 beschrieben, gesiebt. Dann wurde wie im Verfahren von Beispiel 6 weiter gearbeitet. Durch vergleichende Versuche wurde die Veränderung der Ausbeute mit der Zeit bei Verwendung einer Suspensionskonzentration von 5% und der Effekt eines Zusatzes von 0,1% Pepsin sowie eines Zusatzes von 0,1% Papain ermittelt. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
Tabelle II % Extraktausbeute in Äquivalent
6 24 48 Std.
Protein Mit Pepsin 24,5% 46,0% 47,0% 47,4% MitPapain 52,5% 52,5% 51,5% 32,3% ohne Enzym 21,0% 28,5% 34,5% 39,2%
Unter Äquivalent Protein wird der Prozentgehalt Stickstoff der Extraktfeststoffe, bestimmt nach dem Verfahren von Kjeldahl, multipliziert mit 6,25, verstanden; dieser Wert stellt ein Mass für den Proteingehalt dar. Es wurde beobachtet, dass trotz höherer Extraktausbeute bei Verwendung von Papain der Proteingehalt in diesem Fall niedriger ist. Im allgemeinen wird daher Pepsin dem Papain vorgezogen.
Beispiel 8
Nach der Arbeitsweise von Beispiel 6 wurden Extrakte aus Aspergillus niger unter Verwendung einer Suspensionskonzentration von 10% (Gewicht/Volumen) hergestellt. Pepsin wurde in einer Menge von 0,1% (Gewicht/Volumen) eingesetzt. Die Suspensionen wurden 24 Stunden lang bei verschiedenen Temperaturen gehalten, wobei folgende Ergebnisse resultierten:
Tabelle III
Temperatur 40"C 50"C 60"C % Extraktausbeute 28,0% 32,5% 38,5%
Obgleich die Ausbeute mit steigender Temperatur zunimmt, ist es unzweckmässig, die Temperatur weit über 60 C zu erhöhen, da dann die Enzyme rasch denaturiert werden.
PATENTANSPRUCH 1
Verfahren zur Herstellung eines Extrakts aus Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, dass man von einem mindestens im wesentlichen sporenfreien Schimmelpilz ausgeht, die Lysis von dessen Zellen verursacht und den resultierenden Extrakt von den Zellrückständen, nicht verdautem Zellmaterial und anderen groben Feststoffen ab trennt.
UNTERANSPRÜCHE
1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Lysis der Schimmelpilz einer physikalischen Behandlung unterworfen wird, durch die die Zellwände aufgebrochen werden.
2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schimmelpilz vor der Lysis getrocknet und pulverisiert und das Pulver in Wasser oder einer wässrigen Flüssigkeit suspendiert wird.
3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Pilz vor der Lysis in Wasser oder einer wässrigen Flüssigkeit suspendiert wird, wobei die Suspension vorzugsweise 5 bis 20 g Zellmaterial pro 100 ml Flüssigkeit enthält.
4. Verfahren nach Unteranspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Flüssigkeit zur Herstellung der Suspension Waschflüssigkeiten enthält, die beim Waschen der bei einer vorgängigen Extraktisolierung angefallenen Feststoffe erhalten wurden.
5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Förderung der Lysis mindestens ein hydrolytisches Enzym, vorzugsweise ein proteolytisches Enzym, in einer Menge von etwa 0,1 g pro 100 ml der Suspension zusetzt.
6. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Lysis in wässriger Suspension bei einem pH-Wert zwischen 3,0 und 4,5 durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Lysis in wässriger Suspension bei einer Temperatur zwischen etwa 40 und 600 C durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Extrakt mit Aktivkohle behandelt und dann filtriert wird.
9. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert des Extrakts nach Abtrennung der Feststoffe auf 3,6 bis 7,0 eingestellt wird.
10. Verfahren nach Unteranspruch 6 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert durch Zusatz von Natriumhydroxyd oder durch Zusatz von Salzsäure, Essigsäure, Zitronensäure oder Gemischen dieser Säuren eingestellt wird.
11. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Extrakt Natriumchlorid zusetzt.
12. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Extrakt Nukleotide zusetzt.
13. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Schimmelpilz aus den Klassen Fungi Imperfecti oder Deuteromycetes, z. B. Penicillium notatum, Penicillium chrysogenum, Aspergillus niger, Aspergillus luchuensis, Aspergillus oryzae oder Giberella fujikuroi verwendet.
PATENTANSPRUCH II
Verwendung des nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I erhaltenen Extrakts als Nährstoff für Mikroorganismen.
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.
The present invention relates to a method for producing extracts from microorganisms, in particular for producing edible extracts.
It is known that edible yeast extracts can be produced, for example from Saccharomyces cerevisiae, S. carlsbergensis and S. fragilis. A typical product of this type is sold under the trade name Marmite. For many years the yeasts were obtained as by-products of technical fermentation processes, for example in brewing, and were obtained relatively cheaply. The situation has now changed and the rapidly increasing demand for yeast is becoming scarce. Attempts were made to cultivate yeasts specifically for extract production; However, yeasts produced in this way are relatively expensive because the yeasts are somewhat demanding in terms of their nutritional requirements and therefore require relatively expensive growth media.
The aim of the present invention is to provide extracts which are comparable to yeast extracts and which can usually be obtained more easily and cheaper than the latter.
The present invention relates to a process for the production of an extract from a mold fungus which is at least essentially free of spores. In this process, the cellular constituents of the fungus are decomposed and the resulting extract is then separated from cell debris, undigested cell material and other coarse solids.
The extracts obtainable according to the invention are usually rich in amino acids, vitamins, biofactors (i.e.
Enzymes and nucleic acids) and co-factors (i.e. co-enzymes, vitamins and mineral salts). They are therefore valuable supplements to food for humans and animals. In general, they have characteristic vegetable or meat-like flavors and can therefore be used as flavoring additives. Furthermore, the extracts obtainable according to the invention can be used as nutrients for
Microorganisms are used. The terms yeast and mold, despite their frequent use, are somewhat vague. Yeasts can be defined as fungi that do not form pronounced asexual air pores (conidia) and that spend at least part of the vegetative cycle as individual single cells (The Life of
Yeasts, H. J. Phaff, M. W. Miller, and E. M. Mrak, Harvard
University Press, 1966).
The yeasts are not all placed in one class, and while the majority belong to the Ascomycetes class, other yeasts occur in the Basidiomycetes and Deuteromycetes classes. In the present description, the term mold fungi is understood to mean fungi which are characterized by growth in the vegetative phase in the form of filamentary mycelia. Almost all molds produce well-defined sporophytes at the air interface that develop spores. Molds are not restricted to specific families or classes either, although certain families may have more characteristic types than other families. In general, it has been found that molds of the class Fungi Imperfecti or Deuteromycetes are particularly suitable for the purposes of the present invention.
According to the invention, a mixture of two or more molds can also be used.
Spore formation in mushrooms is often associated with an unpleasant musty or moldy smell or taste, so little attention has been paid to the use of mold as a source of food. Some molds are also poisonous, although the poisonous principle is often present in the spores. The extracts obtainable according to the invention are generally free of spores and, if spores are initially present, then only in small amounts which can easily be removed from the extract.
The molds are preferably grown under such conditions that few or no spores are present. However, the invention also works with molds grown under conditions such that spores are present in appreciable quantities.
The spores are then separated from the rest of the mushrooms before the extract is made.
In order to avoid spore formation during the cultivation as far as possible, the mushrooms are preferably cultivated under submerged conditions in a nutrient-containing liquid through which oxygen or an oxygen-containing gas such as air is passed. As will be explained in more detail below, the nutrient solution can comprise an extract obtainable according to the invention. Mushroom cultivation can be carried out batchwise, continuously or semi-continuously, with the nutrient-containing liquid being introduced into the lower part of a tank in which the cultivation takes place and part of the mushrooms is withdrawn continuously or from time to time.
Continuous processes for growing molds are described in British Patent No. 1,133,875. The aim of the method there is to separate products produced by the molds and released to the outside by their cells, which are usually referred to as metabolites, and to put them to use.
Molds are grown on an industrial scale to produce various metabolites, in particular antibiotics such as penicillin. So far, the mushrooms themselves have been discarded as waste. However, by applying the present invention, their use becomes possible. Practical tests have already shown that these mushrooms also provide edible extracts.
In addition, however, molds can be grown specifically for the purposes of the present method. Certain molds can be grown much cheaper than yeasts because the growing conditions are less critical than yeasts and because you can use nutrients that are cheaper than yeast nutrients.
After production by submerged aerated growth, the molds can be in the form of pellets or in free form, depending on the morphology of the particular fungus. The fungus is then usually separated from the nutrient fluid, e.g. B. by filtering, and then preferably washed. It can then be resuspended in a relatively small amount of water or another liquid, the liquid preferably comprising the washing liquors of the filtered residue after the extraction.
The amount of liquid should only be sufficient to produce a free-flowing suspension, although, as will be described in more detail below, the yield of extract per unit of time as well as the maximum extract yield depend on the amount of liquid.
According to another embodiment, the fungus is not resuspended immediately after it has been separated from the nutrient liquid, but is first dried, for example in a ring dryer, and pulverized. The powder is then suspended as described above.
The suspension preferably contains between about 5 and 20 g of mushroom per 100 ml of liquid.
If the mold has not been dried and pulverized, the suspension is preferably subjected to a physical treatment in which the cell walls are broken up. For example, the suspension can be treated in a mixer that uses shear forces to destroy the cell walls.
The physical conditions are preferably adjusted in such a way that cell disintegration is favored. This is caused by various hydrolytic enzymes that are normally found in cells. The most important reaction is the hydrolysis of proteins by proteolytic enzymes with the formation of peptides and amino acids. Other reactions also take place, for example the carbohydrates are hydrolyzed by the carbohydrases and the fats are hydrolyzed by the lipases. If the mushroom has been dried and pulverized, the enzymes may have been destroyed.
It is then necessary to add the appropriate enzymes to the mixture. Even if the enzymes originating from the molds are already present in a mixture, the addition of further enzymes, in particular proteolytic enzymes, can be expedient.
The preferred enzyme is pepsin. This enzyme works under acidic conditions, which is why the pH of the mixture is preferably adjusted to about 4.5 to about 3.0, expediently by adding concentrated hydrochloric acid or a mixture of concentrated hydrochloric acid and glacial acetic acid.
Citric acid can also be used alone or in a mixture with hydrochloric acid or acetic acid or both. It was found that the yield increases markedly when acetic acid is used. In general, however, it is preferred to lower the pH value more than is possible with acetic acid alone, so the addition of a strong acid, such as hydrochloric acid, is preferred in addition to the use of acetic acid. Instead of pepsin, trypsin can also be used, but this is effective under alkaline conditions and therefore requires an appropriate pH value adjustment. Since the resulting product should preferably be acidic, preference is given to enzymes which require acidic conditions.
The choice of enzyme depends on the mold, the activity of the extract (which can, however, be adjusted according to the needs of the enzyme) and the extent of the autolysis. The most suitable amounts of enzyme can be determined experimentally. Usually less than 0.5 g per 100 ml of suspension is required.
If necessary, the enzyme can be dispersed with a small amount of a wetting agent.
It has been observed that the musty or moldy smell is largely eliminated by the enzymes, although this process is not yet understood. As mentioned earlier, such smells usually come from the spores.
Although the presence of spores is avoided as far as possible according to the invention, small amounts of spores are usually found in practice.
Preferably, the disintegration or lysis is allowed to proceed for about 6 to about 70 hours. During this time, the mixture is preferably maintained at a temperature of no less than about 40 ° C. and no more than 60 ° C., since the enzymes usually become ineffective at higher temperatures.
Some molds will sporulate during lysis. To reduce this tendency, the mixture is preferably excluded from the air, either by keeping it in a closed vessel or by sealing it off with an inert gas such as carbon dioxide.
According to a preferred embodiment, the extract is separated from the cell debris, undigested cell material and other coarse solids by centrifugation. Any remaining musty or moldy odor can be removed at this point by adding activated charcoal and then filtering the extract. The residue can be washed with water and, as already mentioned above, the washing solutions can be used to produce a subsequent mushroom suspension.
The extract is preferably pasteurized or sterilized and thus protected against spoilage. It is an excellent nutrient for microorganisms.
This extract can be used as a nutrient in the cultivation of microorganisms without further treatment. The extracts often contain high proportions of amino acids, in particular lysine, and for this reason are particularly useful for the stated purpose. If the growth medium consists of a carbohydrate, e.g. B. molasses, the amount of extract used is such that a carbon: nitrogen ratio of about 10: 1 is achieved. The extract can be used instead of the ammonium sulfate previously used.
If the extract is used as a nitrogen and vitamin carrier or as a flavoring additive for food, an after-treatment is preferably followed.
One can use nucleotides, e.g. B. a monosodium glutamate, add. In addition, sodium chloride is preferably added, which serves to stabilize against microbiological attack and to enhance the aroma. The color of the extract can be adjusted by adding coloring agents, for example caramel.
It may also be advisable to adjust the pH of the extract; Surprisingly, it was found that the pH has a strong influence on the taste of the extract. A typical extract according to the present invention can be relatively acidic with a pH down to 3.6. Such an extract is of course very bitter in taste, but gives a general vegetable flavor. As the pH rises, the aroma becomes more meaty, until a pH of 6.0 or 7.0 is reached.
To increase the acidity, hydrochloric acid or acetic acid or citric acid or a mixture of two or all three acids is preferably used. Sodium hydroxide is preferably used to reduce the acidity.
Finally, the extract can be evaporated in vacuo or spray-dried, dried in dishes or freeze-dried, a liquid or dry end product being obtained, as desired.
It is usually convenient to add sodium chloride to the extract before use; however, the latter can also be added by the consumer. For sale, the extract can therefore be formulated without salt or with less than the final amount of salt desired.
The extracts obtainable according to the invention can be used in the same way as the previously known yeast extracts.
In the following examples, the term percent extract yield denotes the ratio of the dry weight of the extract, before the addition of additives, to the dry weight of the mold from which the extract was produced, expressed in percent. In the following examples, percent (weight / volume) means the number of grams / substance per 100 ml of liquid.
example 1
An extract from Penicillium notatum was made.
The mold was grown in submerged aerated culture and was essentially spore-free. The mycelium was relatively thick-walled, and existing septum walls tended to break at the septa during homogenization. These factors may have influenced the relatively low yields of extract.
3.2 kg of the wet mycelium was suspended in distilled water to give a mixture of 10% (w / v) solids. The dry weight of a small sample was determined and found to be 600 g. The suspension was homogenized in a Silverson mixer for 5-15 minutes, during which time the cells were cut and mixed. The pH was adjusted to 4.5 by adding citric acid. Enough bovine pepsin was then added to achieve a concentration of 0.25% (w / v). Before the addition, the enzyme had been dispersed in a small amount of a 0.05% solution of a Tween 80 wetting agent.
The mixture was then transferred to a large suction flask which was in a water bath at 50-55 ° C. The suspension was then continuously stirred for 3 days, during which the cells disintegrated.
Undigested solid residue was separated from the resulting extract by centrifugation at 8,000 pM for 10 minutes. The extract was further clarified by filtering it through a layer of kieselguhr that had previously been washed with a sufficient amount of water to remove the odor.
The filtrate was concentrated in a thin film evaporator at a temperature not higher than 45 "C, and the extract was circulated until it became viscous. A concentrate was thus obtained in an amount of 225 g wet weight.
The total solids content of the extract was determined from the specific density of a sample of the concentrated solution. The solids content was about 75 grams; that is, the percentage extract was 12.5%.
The concentrated solution was divided into two portions. One portion was evaporated on a rotary thin film evaporator on a water bath at 60 ° C. under reduced pressure. The solution was concentrated until the resulting extract was about 75% solids. This extract was suitable as a nutrient for fermentation processes.
The pH of the further portion was adjusted to 5.9 by adding an n-sodium hydroxide solution. The amount of salt required to achieve a final concentration of 10% by weight was then added, and the mixture was then evaporated, as described above, on a rotary thin-film evaporator in a water bath at 60 ° C. at reduced pressure to a solids content of the extract of about 75%. This extract could be used as a supplement or flavoring for nutrients. The taste was a bit sour, probably due to the added citric acid.
Example 2
An extract from Aspergillus oryzae was prepared according to the procedure of Example 1, but instead of citric acid, concentrated hydrochloric acid was used. The mycelium was thin-walled and tended to grow in pellets.
It was largely ripped open. 2.3 kg of moist mycelium were assumed, dry weight 470 g. The wet weight of the extract was about 200 g, the dry weight about 70 g.
The percentage yield extract was thus around 15%. The extract had a very pleasant aroma.
Example 3
An extract was prepared from Giberella fujikuroi, a waste product of the technical production of giberellins, according to the procedure of Example 1, but using concentrated hydrochloric acid instead of citric acid. The hyphae of the mycelium were extremely fine and easily broken. 4.7 kg of moist mycelium, dry weight 700 g, were assumed. The wet weight of the extract was 280 g, the dry weight 120 g, and the percentage yield was thus 17.1%. The extract had a pale golden yellow color and a very pleasant aroma.
Example 4
An extract from Aspergillus luchuensis was prepared by following the procedure of Example 1 using concentrated hydrochloric acid instead of citric acid. The mycelium was thin-walled and easily torn, but homogenization gave a very viscous suspension which was difficult to stir. This difficulty presumably resulted in the low yield. The mycelium also showed a tendency to form strong spores during lysis.
4.1 kg of moist mycelium were assumed, dry weight 800 g. The wet weight of the extract was 500 g, the dry weight 110 g, thus a percentage yield of 13.8%.
The extract had a pleasant aroma but had a granular consistency.
Example 5
Following the procedure of Example 1, but using concentrated hydrochloric acid instead of citric acid, an extract from Penicillium chrysogenum was prepared. The mycelium was thick-walled and resisted homogenization, so that low yields were achieved. 3.8 kg of moist mycelium, dry weight 600 g, were assumed. The wet weight of the extract was 620 g, the dry weight 62 g, the percentage yield thus 10%.
The extract had a weaker aroma than the extracts according to Examples 14.
Example 6
An extract from Aspergillus niger was made.
The mycelium was ring dried and ground to a powder. The powder was sieved and only particles less than 500 microns were used. This powder was suspended in water in an amount of 5% (weight / volume), and the pH was adjusted to 3.0 by adding a mixture of glacial acetic acid and concentrated hydrochloric acid in a ratio of 1: 1. The temperature was then raised to 40 ° C., after which bovine pepsin was added in an amount of 0.1% (weight / volume), followed by stirring for 24 hours. The resulting mixture was centrifuged at 8,000 revolutions per minute for 10 minutes, and the residue was washed with an amount of water equal to half the volume of the liquid previously extracted. The washing solution residues were added to the product.
The extract was clarified by filtering it through kieselguhr which had been thoroughly washed with water beforehand. It was then concentrated in vacuo at a temperature of not more than 45 "C. The extract could be used in this form or further treated as in Example 1 for the purpose of producing a suitable flavor. The percentage yield was 46%.
Analogous experiments were carried out in order to detect changes due to changed suspension concentrations and the
To determine the influence of washing the solids separated by centrifugation. The results are summarized in the following Table I:
Table I suspension% extract yield% extract yield concentration incl. The washing excl. The washing solution residue solution residue
5% (w / v) 46% 37%
10% (w / v) 32% 21%
15% (w / v) 23% 16% 20% (w / v) 19% 11%
The difference between the values in the two columns is made up of the amounts of extract that are retained on the solids after centrifugation, but can be separated from them by washing.
Although a maximum yield is achieved with a low suspension concentration, the use of higher concentrations may be preferable in practice, since much larger amounts of water must be evaporated at a lower suspension concentration. A practical one
The concentration is often between 15 and 20% (weight / volume).
In order to reduce the amount of water to be evaporated when the washing residues are used, it is advisable to use the washing solutions in the preparation of suspensions from powdered dry mycelium.
Example 7
An extract was made from Aspergillus niger. The mycelium was air-dried at about 60.degree. C. for 18 hours, then comminuted and sieved as described in Example 6. The procedure of Example 6 was then continued. Comparative experiments were used to determine the change in the yield over time when using a suspension concentration of 5% and the effect of adding 0.1% pepsin and adding 0.1% papain. The following results were achieved:
Table II% extract yield in equivalent
6 24 48 hours
Protein With pepsin 24.5% 46.0% 47.0% 47.4% With papain 52.5% 52.5% 51.5% 32.3% without enzyme 21.0% 28.5% 34.5% 39.2%
Equivalent protein is understood to mean the percentage nitrogen content of the extract solids, determined by the Kjeldahl method, multiplied by 6.25; this value represents a measure of the protein content. It has been observed that, in spite of a higher extract yield when using papain, the protein content is lower in this case. In general, therefore, pepsin is preferred over papain.
Example 8
Following the procedure of Example 6, extracts from Aspergillus niger were prepared using a suspension concentration of 10% (weight / volume). Pepsin was used in an amount of 0.1% (weight / volume). The suspensions were kept at different temperatures for 24 hours, with the following results:
Table III
Temperature 40 "C 50" C 60 "C% extract yield 28.0% 32.5% 38.5%
Although the yield increases with increasing temperature, it is inexpedient to increase the temperature far above 60 ° C., since the enzymes are then quickly denatured.
PATENT CLAIM 1
Process for the production of an extract from microorganisms, characterized in that one starts with an at least substantially spore-free mold, causes the lysis of its cells and separates the resulting extract from the cell debris, undigested cell material and other coarse solids.
SUBCLAIMS
1. The method according to claim I, characterized in that prior to lysis, the mold is subjected to a physical treatment by which the cell walls are broken up.
2. The method according to dependent claim 1, characterized in that the mold is dried and pulverized prior to lysis and the powder is suspended in water or an aqueous liquid.
3. The method according to claim I, characterized in that the fungus is suspended in water or an aqueous liquid before lysis, the suspension preferably containing 5 to 20 g of cell material per 100 ml of liquid.
4. The method according to dependent claim 2 or 3, characterized in that the aqueous liquid for the preparation of the suspension contains washing liquids which were obtained during washing of the solids obtained in a previous extract isolation.
5. The method according to claim I, characterized in that at least one hydrolytic enzyme, preferably a proteolytic enzyme, is added in an amount of about 0.1 g per 100 ml of the suspension to promote lysis.
6. The method according to claim I, characterized in that the lysis is carried out in aqueous suspension at a pH between 3.0 and 4.5.
7. The method according to claim I, characterized in that the lysis is carried out in aqueous suspension at a temperature between about 40 and 600 C.
8. The method according to claim I, characterized in that the extract is treated with activated carbon and then filtered.
9. The method according to claim I, characterized in that the pH of the extract is adjusted to 3.6 to 7.0 after the solids have been separated off.
10. The method according to dependent claim 6 or 9, characterized in that the pH is adjusted by adding sodium hydroxide or by adding hydrochloric acid, acetic acid, citric acid or mixtures of these acids.
11. The method according to claim I, characterized in that sodium chloride is added to the extract.
12. The method according to claim I, characterized in that nucleotides are added to the extract.
13. The method according to claim I, characterized in that a mold from the classes Fungi Imperfecti or Deuteromycetes, z. B. Penicillium notatum, Penicillium chrysogenum, Aspergillus niger, Aspergillus luchuensis, Aspergillus oryzae or Giberella fujikuroi are used.
PATENT CLAIM II
Use of the extract obtained by the process according to claim I as a nutrient for microorganisms.
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