CH448975A - Vorrichtung zur Beimischung von Chemikalien an fliessendes Wasser sowie Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung - Google Patents
Vorrichtung zur Beimischung von Chemikalien an fliessendes Wasser sowie Verfahren zum Betrieb der VorrichtungInfo
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Description
Vorrichtung zur Beimischung von Chemikalien an fliessendes Wasser sowie Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Beimi schung von Chemikalien an fliessendes Wasser, bei der die Chemikalien im Nebenschluss von einem Wasser teilstrom aufgelöst werden und die Lösung mit dem übrigen. Wasserstrom vereinigt wird. Die Vorrichtung findet Anwendung insbesondere für die Düngung von Pflanzen und zur Bekämpfung von pflanzlichen, tieri schen und bakteriologischen Schädlingen.
Bei der Düngung und Schädlingsbekämpfung in der bekannten Art und Weise müssen zunächst in einem Spritzgerät die meist pulverförmigen und mit einer Trägersubstanz versehenen Chemikalien in Wasser auf gelöst werden. Rührwerke beschleunigen diesen Vor gang. Danach wird die entstandene Flüssigkeit über Handpumpen oder motorisch angetriebene Pumpen einer Düse zugeleitet und versprüht.
Zweck der Erfindung ist es, eine äusserst einfache Vorrichtung zu schaffen., mit deren Hilfe Chemikalien an fliessendes Wasser beigemischt werden.
Demgemäss ist Gegenstand der Erfindung: a) eine Vorrichtung zur Beimischung von Chemika lien an fliessendes Wasser, bei der die Chemikalien im Nebenschluss von einem Wasserteilstrom aufgelöst werden und die Lösung mit dem übrigen Wasserstrom vereinigt wird, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie einen Wassereintritts- und einen Wasseraustrittsstutzen aufweist, zwischen denen mindestens zwei Bohrungen (6, 7) vorgesehen sind, von denen die eine (6) als Durchgangsbohrung und die andere (7) als Mischkam mer dient, und wobei in die Bohrung (7)
die von einem Dichtstutzen zutragenden Chemikalien von aussen ein bringbar sind; b) ein Verfahren zum Betrieb dieser Vorrichtung, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Chemikalien in Stangen oder Tabletten gepresst und zu Dosierzwek- ken in entsprechender Anzahl und Menge an dem Dichtstutzen befestigt werden.
Ein Teil des fliessenden Wassers kann also an den zweckmässigerweise in fester Form vorliegenden Che mikalien vorbeiströmen, diese umspülen, löst dabei einen Teil der Chemikalien auf und nimmt diese mit. Es bedarf keiner Vorbereitungszeit für die Herstellung der zu versprühenden Flüssigkeit. Die Chemikalien können in reiner Form verwendet werden, ohne dass Füllbeimischungen notwendig sind. Damit ergeben sich geringere Herstellungs.-, Abfüll-, Verpackungs- und Transportkosten.
Die Chemikalien können in Stangen oder Tabletten gepresst sein, die zu Dosierzwecken in entsprechender Anzahl und Menge beispielsweise auf dem Dichtstutzen aufgefädelt sind. Damit lässt sich der jeweilige Prozentgehalt der verschiedenen chemischen Mittel leicht einhalten und über die Anzahl der Tablet ten oder Stangen bestimmen, wobei natürlich das Lösungsvermögen der einzelnen Chemikalien berück sichtigt werden muss. Bei chemischen Mitteln, die bei Berührung der menschlichen Körper schädlich sind, kann vorgesehen sein, dass sie mit einer wasserlösli chen Schutzschicht versehen werden.
Die beizumi schenden Chemikalien können auch der Wasserenthär- tung dienen, ebenso kann bei der Reaktion mit Wasser Wärme entwickelt werden, die bei empfindlichen Pflanzen erwünscht und zur Bekämpfung von Frösten insbesondere in Weinbergen vorteilhaft ist. Chemika lien, die von Natur aus ein grosses Lösungsvermögen in Wasser haben, können dadurch in ihrer Lösungsge schwindigkeit reguliert werden, dass ein Härtebildner zugesetzt wird.
Bei dem beispielsweise an eine Schlauchleitung angeschlossenen Mundstück kann die Mischkammer bohrung mit der Durchgangsbohrung über eine vor dem Auslassstutzen liegende Querbohrung verbunden sein.
Damit die z. B. in Stangenform gepressten Chemi kalien in der Mischkammer gut geführt sind und trotz dem genügend Flüssigkeit an ihnen vorbeiströmen kann, kann die Mischkammer eine Bohrung darstellen, deren Umfang über gleiche Bereiche durch Ausneh- mungen unterbrochen ist. Die Mischkammer bildet so einen einfachen Nebenschluss, und zur Regelung des Wasserstromanteiles, der durch die beiden Bohrungen des Verteilerstückes fliesst, kann an der Verzweigungs stelle am Eintrittsstutzen ein Mischventil angeordnet sein.
Je nach Stellung kann die Mischkammer von einem grösseren oder kleineren Anteil des Wasserstro mes durchflossen werden. In besonders vorteilhafter Weise kann das Ventil doppelt wirkend ausgebildet sein und beim Endanschlag jeweils eine der Bohrungen verschliessen. Es kann auch ein zweites Regelventil zwischen Eintrittsstutzen und die Mischkammer oder in die Bohrung, die in den Austrittsstutzen übergeht, eingebaut sein, um den Wasserstrom durch die Vor richtung ganz absperren zu können. Für stossweise Bedienung kann ein an sich bekanntes Handhebelventil zum sofortigen Wasserstopp oder Wasserfluss vorgese hen sein.
Die Chemikalien können von aussen in die Misch kammer dadurch eingeführt werden, dass eine die Ge häusewand durchdringende, zur Mischkammer koaxiale Bohrung vorgesehen ist. Sobald die Chemikalien ver braucht @sind, kann eine neue Stange eingeführt werden. Dazu kann in die Gehäusebohrung ein die Chemikalien tra-ender und sie in der Mischhammer haltender Dichtstutzen eingeschraubt werden. Zur Beobachtung der Substanzabnahme der Chemikalien kann in das Gehäuse durchsichtiges Material eingesetzt sein, das einen Teil der Wandung der Mischkammer bildet. So ist kontrollierbar, wenn die eingeführten Chemikalien verbraucht sind und wieder ersetzt werden müssen, und je nach Lösungsgeschwindigkeit ist auch das Mischventil einstellbar.
Bei einer weiteren Ausführungsform können die beiden Bohrungen in einem spitzen Winkel zueinander angeordnet sein und sich vor dem Auslassstutzen schneiden. Besonders wenn in die Mischkammer ver schiedenartige Chmikalien eingebracht werden, ist es erwünscht, dass die Abtragung gleichmässig erfolgt und die anteilmässige Zusammensetzung der Stoffe in der Flüssigkeit stets dieselbe bleibt. Zu diesem Zweck kann vorgesehen sein, dass im Gehäuse eine durch das Mischventil verschliessbare, sich zum Auslassstutzen hin verjüngende Ausnehmung angeordnet ist, von der aus mehrere, im Querschnitt zum Auslassstutzen hin kleiner werdende Öffnungen zur Mischkammer führen.
Am Auslassstutzen kann zur Einstellung des Flüs sigkeitsstrahles eine an sich bekannte Spritzdüse ange bracht sein, auch ist es denkbar, dass daran eine Gar- tenspreng- oder Berieselungsanlage oder ein Verlänge rungsstück, wie es bei Baumspritzen üblich ist, ange schlossen ist.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungs beispiele der erfindungsgemässen Vorrichtung. Es zei gen: Fig. 1. die Ansicht der Vorrichtung, Fig.2 einen Querschnitt gemäss Linie II-II in Fig. 1 Fig.3 einen Längssehnitt durch die Vorrichtung gemäss Linie III-111 in Fig. 2, Fig. 4 eine mit einem Dichtstutzen verbindbare, aus den zu lösenden Chemikalien gepresste Stange, Fig.5 mehrere, nebeneinander gereihte,
aus ver schiedenen Chemikalien hergestellte Tabletten, Fig. 6 einen Querschnitt durch eine zweite Ausfüh rungsform der Vorrichtung.
Hierin bezeichnet 1 ein Gehäuse mit einem Ein- lassstutzen 2 und einem Auslassstutzen 3. Auf den Einlasstutzen 2 ist eine Schlauchleitung 4 aufgescho- ben, auf dem Auslasstutzen 3 sitzt eine Spritzdüse 5. Im Gehäuse 1 sind zwei Bohrungen 6, 7 vorgesehen, von denen die Bohrung 6 in den Auslasstutzen 3 über geht und die Bohrung 7 eine Mischkammer darstellt.
Um neben einer genügenden Führung einer Stange 9 aus Chemikalien noch einen ausreichend grossen Quer schnitt für die Wasserdurchströmung zu haben, ist der Umfang der Bohrung 7 über gleiche Bereiche durch Ausnehmungen 10 unterbrochen. Beide Bohrungen 6, 7 sind mit dem Einlasstutzen 2 verbunden. Sofern die Bohrung 7 nicht direkt in die Bohrung 6 mündet, kön nen beide über eine Querbohrung 11 miteinander ver bunden sein, wie dies Fig.3 zeigt. An der Verzwei gungsstelle 12 ist ein Mischventil 13 so angebracht, dass der Ventilteller 8 sowohl die Bohrung 6 als auch die Bohrung 7 absperren kann, so dass eine Regulie rung der Durchströmungsmengen durch die einzelnen Bobrungen 6, 7 möglich ist.
Die Chemikalien werden in die Mischkammerboh- rung 7 z. B. in Stangen oder Tablettenform einge bracht. Dazu werden sie an einem Dichtstutzen 14, der in eine zur Bohrung 7 koaxiale Gehäusebohrung 15 einschraubbar ist, befestigt. Über durchsichtiges Mate rial 16 kann beobachtet werden, wenn die Chemika lienstange verbraucht ist und durch eine neue ersetzt werden muss. Auf dem Dichtstutzen 14 können die Stangen 9 verschiedener Länge, auch Stangen verschie dener Stoffe oder Tabletten 17 je nach der gewünsch ten Zusammensetzung untergebracht sein. Die Misch- kammerboh.rung 7 kann auch über ein zweites Ventil 18 abgeschlossen werden.
Neben der Regelung des Durchflusses durch die Mischkammer kann damit auch der Gesamtdurchsatz durch die Vorrichtung beeinflusst werden.
Bei einer zweiten Ausführungsform sind die beiden Bohrungen 6, 7 im spitzen Winkel zueinander angeord net und schneiden einander vor dem Auslasstutzen 3. Das, zweite Ventil 18 ist hier in die Bohrung 6 einge baut, erfüllt aber im wesentlichen die gleiche Funktion wie bei der anderen Ausführung. Oberhalb der Misch kammerbohrung ist eine sich zum Auslasstutzen 3 hin verjüngende Ausnehmung 19 angeordnet, die durch das Mischventil 13 verschliessbar ist.
Von ihr aus füh ren Öffnungen 20, deren Querschnitte zum Auslasstut- zen 3 hin kleiner werden, in die Mischkammerbohrung 7, um die eingeschobene Stange 9 in entsprechender Weise zu beaufschlagen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Vorrichtung zur Beimischung von Chemikalien an fliessendes Wasser, bei der die Chemikalien im Nebenschluss von einem Wasserteilstrom aufgelöst werden und die Lösung mit dem übrigen Wasserstrom vereinigt wird, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Wassereintritts- (2) und einen Wasseraustrittsstutzen (3) aufweist, zwischen denen mindestens zwei Bohrungen (6, 7) vorgesehen sind, von denen die eine (6) als Durch gangsbohrung und die andere (7) als Mischkammer dient, und wobei in die Bohrung (7) die von einem Dichtstutzen (14) zutragenden Chemikalien von aussen einbringbar sind. Il.Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Chemikalien in Stangen (9) oder Tabletten (17) ge- presst und zu Dosierzwecken in entsprechender Anzahl und Menge an dem Dichtstutzen (14) befestigt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischkammerbohrung (7) mit der Durchgangsbohrung (6) über eine vor dem Aus trittsstutzen (3) liegende Querbohrung (11) verbunden ist. 2.Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang der Mischkammer bohrung (7) über gleiche Bereiche durch Ausnehmun- gen (10) unterbrochen ist. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Verzweigungsstelle (12) am Übergang des Wassereintrittastutzens (2) in die bei den Bohrungen (6,7) ein Mischventil (13) angeordnet ist. 4. Vorrichtung nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (13) doppelt wirkend ausgebildet ist und beim Endanschlag jeweils eine der Bohrungen (6, 7) verschliesst. 5.Vorrichtung nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Regelventil (18) zwi schen Eintrittsstutzen (2) und der Mischkammerboh- rung (7) eingeschaltet ist. 6. Vorrichtung nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweites Regelventil (18') in die Durchgangsbohrung (6) eingebaut ist. 7. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass ein Handhebelventil zum soforti gen Wasserstopp oder Wasserfluss vorgesehen ist. B.Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (7) durch eine ko- axiale Gehäusebohrung (15) von aussen zugänglich ist. 9. Vorrichtung nach Unteranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der die Chemikalien tragende und sie in der Mischkammerbohrung (7) haltende Dicht stutzen (14) in die Gehäusebohrung (15) einschraubbar ist. 10. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in das Gehäuse (1) durchsichtiges Material (16) eingesetzt ist, das einen Teil der Wan dung der Mischkammerbohrung (7) bildet. 11.Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, das die beiden Bohrungen (6, 7) in einem spitzen Winkel -zueinander angeordnet sind und vor dem Austrittsstutzen (3) einander schneiden. 12. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (1) eine durch das Mischventil (13) verschliessbare, sich zum Austritts stutzen (3) hin verjüngende Ausnehmung (19) vorgese hen ist, von der aus mehrere, im Querschnitt zum Aus trittsstutzen (3) hin kleiner werdende Öffnungen (20) zur Mischkammerbohrung (7) führen:. 13. Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass am Austrittsstutzen (3) eine ein stellbare Spritzdüse vorgesehen ist. 14.Vorrichtung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass am Austrittsstutzen (3) eine Gar- tenspreng- oder Berieselungsanlage anschliessbar ist. 15. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man Chemikalien mit einer was serlöslichen Schutzschicht verwendet.
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