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CH436318A - Katalysator zur Herstellung von Melamin - Google Patents

Katalysator zur Herstellung von Melamin

Info

Publication number
CH436318A
CH436318A CH873861A CH873861A CH436318A CH 436318 A CH436318 A CH 436318A CH 873861 A CH873861 A CH 873861A CH 873861 A CH873861 A CH 873861A CH 436318 A CH436318 A CH 436318A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
weight
parts
catalyst
melamine
acid
Prior art date
Application number
CH873861A
Other languages
English (en)
Inventor
Ernst Dr Doehlemann
Franz Dr Kaess
Lothar Dr Strassberger
Kurt Dr Scheinost
Original Assignee
Sueddeutsche Kalkstickstoff
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Sueddeutsche Kalkstickstoff filed Critical Sueddeutsche Kalkstickstoff
Publication of CH436318A publication Critical patent/CH436318A/de

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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J27/00Catalysts comprising the elements or compounds of halogens, sulfur, selenium, tellurium, phosphorus or nitrogen; Catalysts comprising carbon compounds
    • B01J27/14Phosphorus; Compounds thereof
    • B01J27/16Phosphorus; Compounds thereof containing oxygen, i.e. acids, anhydrides and their derivates with N, S, B or halogens without carriers or on carriers based on C, Si, Al or Zr; also salts of Si, Al and Zr

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Catalysts (AREA)

Description


  



  Katalysator zur Herstellung von Melamin
Bei der Herstellung von   Mel'amin    aus Harnstoff durch Erhitzen des letzteren bedient man sich eines Katalysators. Es ist bekannt, Quarzsand als solchen zu verwenden. Mit diesem werden aber nur Spuren von Melamin erhalten.



   F r die drucklose Synthese hielt man eine grosse innere OberflÏche und/oder ein gro¯es inneres Volumen des Katalysators f r erforderlich. Die innere Oberfläche der in Frage kommenden Katalysatoren, zu denen unter anderem auch Silicagel gehört, mu¯te demnach mindestens 100 m2/g betragen   und/oder    das innere Volumen etwa von der gleichen Grössenordnung sein, wie das sichtbare äussere Volumen der Katalysaltorteilchen.



     Die Porenstruktur    dieser Katalysatoren hat jedoch zur   Fouge,    dass das gebildete Melamin sowohl bei wässriger Extraktion als auch bei der überwiegend angewandten Sublimation in heissem   Ammoniakstrom    verhältnismässig schwierig und langsam abgegeben wird.



   Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zu Grunde, einen Katalysator f r die Synthese von   Mel-    ami, n aus Harnstoff durch Erhitzen zu schaffen, der bei guter Wirksamkeit, einer grossen inneren OberflÏche   od'er    eines grossen Volumes nicht bedarf und zugleich eine leichte Abgabe des   gebiTdeten      Melamins    gestattet.



   Der erfindungsgemässe Katalysator zur Herstellung von Melamin aus Harnstoff   und/oder      dessen thermi-    schen Zersetzungsprodukten in Gegenwart von Ammoniak unter Anwendung von Hitze und gegebenenfalls Druck ist nun dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Oxyd   und/oder    Kohlenstoff besteht, welches bzw. welche mit PhosphorsÏure, ArsensÏure, Borsäure oder Schwefelsäure oder einer eine dieser Säuren abgebenden Verbindung imprägniert ist, und da¯ er eine spezifische Oberfläche von mehr als 0, 1 m2/g   aufweis't    und eine innere Oberfläche bei ihm nichlt vorliegt.



   Die unter Verwendung sol'cher Katalysatoren im   all-    gemeinen leichter vor sich   gehende Melaminabgabe ist    deshalb von besonderer Bedeutung, weil bei den drucklosen Harnstoff-Melamin-Verfahren die Melaminbildung bei allen in Frage kommenden Temperaturen erfahrungsgemϯ schneller erfolgt alls die Abtrennung des gebildeten Melamins vom Katalysator, beispielsweise durch Sublimation, so da¯ diese der geschwindigkeitsbestimmende Schritt sowohl im kontinuierlich als auch diskontinuierlich betriebenen Gesamtverfahren ist.



   Die erfindungsgemϯen Katalysatoren zeigen im   aloi-      gemeinen    gr¯¯ere thermische   Beständigkeilt    als die bisher bekannten Katalysatoren für das Harnstoff-Mellamm Verfahren. Die entsprechenden bekannten   porenhaltigen    Katalysatoren neigen bei den f r das Verfahren  blichen Reaktionstemperaturen bereits zu einer ziemlich. starken strukturellen Veränderung, teilweise durch Wasserabspaltung aus noch vorhandenen Hydroxylgruppen, wodurch die   iinere    OberflÏch sowie das innere Volumen laufend abnehmen ; dementsprechend lϯt auch die Wirksamkeit solcher Kontakte nach.

   Diese Gefahr ist bei den erfindungsgemässen Katalysatoren auf Grund des Fehlens einer inneren   Oberfläche    im allgemeinen nur in untergeordnetem Ma¯e vorhanden ; die Aktivität dieser Katalysatoren kann also auch. bei wiederholtem Gebrauch erhalten bleiben.



   Geeignete Träger f r die erfinduingsgemϯen Kata  lysatoren    (in folgendem kurz ¸Komponenten¯ genannt) sind z. B. : a) aus der Gruppe der bis 450  C beständigen sowie nicht fl chtigen Oxyde, beispielsweise Al mim moxyd, Siliciumdioxyd (auch in Form von   Quarzwole),    Titandioxyd, Zirkondiloxyd, Vanadinpendioxyd, Chromoxyd, Eisenoxyd (ausgenommen   sind Alkali-und Erdalkali-    oxyde) ; b) als fein verteilter Kohlenstoff, beispielsweise Russ.



  Der Feinheitsgrad der Komponenten, welche   erfindungs-    gemäss keine innere Oberfläche besitzen   solen,    ist so zu wählen, dass die spezifische äussere Oberflache (nach BET) mehr als 0,   1    m2/g, vorzugsweise mehr als 20 m2/g beträgt. 



   Sowohl die fein verteilten Oxyde, gleichgültig, ob in reiner Form oder als Gemisch angewendet, als auch fein verteilter Kohlenstoff, oder Gemische solcher Oxyde mit Kohlenstoff, verm¯gen, wenn sie keine innere OberflÏche besitzen, ohne Zusatz der genannten Säuren die drucklose Umsetzung von Harnstoff zu Melamin nicht oder nur in   unzureichendem Masse    zu katalysieren.



   Die Säuren können auf die Komponenten in ver  dünnter    oder konzentrierter Form aufgebracht werden, worauf zweckmässig zunächst bei 110 C sowie weiter bei   350     C, vorzugsweise im   Ammoniakstrom,      getrock-    net wird. Auf 100 Gewichtsteile der Komponenten k¯nnen z. B. 0, 5-75 Gewichtsteile, vorzugsweise 3-20 Ge  wichtsteile,    PhosphorsÏure, gerechnet als   PgOo,    angewendet werden.



   Im Sinne der Erfindung sind unter den genannten Säuren   sämtl'iche      sauerstoffhaitigen Säuren    oder diese abgebende Verbindungen des Phosphors, Arsens, Bors oder Schwefels zu verstehen. Die   Arsen-,    Bor- und Schwefelsäure verwendet man vorzugsweise in einer der Phosphorsäuremenge äquivalenten Menge, das heisst auf 100 Gewichtsteile fein verteiltes Oxyd und/oder fein verteilten Kohlenstoff kommen 0, 24-37   Gewichts-    teile, vorzugsweise 1, 5-9, 8 Gewichtsteile, Borsäure, gerechnet als   B203    bzw. 0, 81-121 Gewichtsteile,   vorzugs-    weise 4, 9-32, 4 Gewichtsteile, ArsensÏure, gerechnet als As2O5 bzw. 0, 56-85 Gewichtsteile, vorzugsweise 3, 4 bis 22, 6 Gewichtsteile, SchwefelsÏure, gerechnet als   SO3.   



   Die spezifische Oberfläche der neuen KataTysatoren kann, bei gleichbleibender spezifischer   Oberfiäche    der Komponenten, etwas von der auf die Komponenten   auf-    gebrachten SÏuremenge in dem Sinne abhängen, dass grösserer Säuregehalt kleinere spezifische Oberfläche be  dingt, sie beträgt    beispielsweise bei einem Kontakt mit 12 Gewichtsteilen Phosphorsäure auf 100 Gewichtsteile   Si02    100 m2/g, bei Verwendung von 20 Gewichtsteilen PhosphorsÏure 85 m2/g.



   Die zweckmϯig anzuwendenden Reaktionstemperaturen betragen 200-450¯ C, vorzugsweise 250-430¯ C ; die von aussen zuzuführende   Ammoniakmenge    richltet sich hauptsächlich nach der Geschwindigkeit, mit   wel-    cher die   Absublimation    des gebildeten   Mel'amins    vom Katalysator erfolgen soll. Die Herstellung des   Melamins    unter Verwendung des neuen Katalysators kann sowohl absatzweise als auch kontinuierlich gestaltet worden.



   Mittels des erfindungsgemässen Katalysators lassen sich   Melaminausbeuten    bis zu   90% erzielen.   



   Die in den Beispielen   genann'ten    Katalysatorproben waren vor den beschriebenen Versuchen schon einige Male f r analoge Versuche verwendet worden ; sie waren infolgedessen wasserfrei. Eventuell noch aus vorhergehenden Versuchen darin enthaltendes Melamin wurde durch genügend langes Erhitzen im Ammoniakstrom   absublimiert.   



   Beispiel 1 a) 70   Gewichtsteile fein verteiltes Siliciumdioxyd    mit einem Teilchendurchmesser von etwa 20   Millimikron    werden mit 170 Gewichtsteilen 5% iger Phosphorsäure getränkt und bei 110  C im Trockenschrank sowie weiter bei   350  C    5 Stunden im Ammoniakstrom getrocknet. Der dabei erhaltene Katalysator wird mit 30 Ge  wichtsteilen    Harnstoff vermischt und ganz kurz bis dicht oberhalb des Schmelzpunktes von Harnstoff erhitzt, der dabei schmilzt und von dem Katalysator aufgenommen wird.

   Der mit Harnstoff   boladene    Katalysator wird in ein Reaktionsrohr aus Geräteglas eingefüllt.   Anschlie-    ssend an diese   Kaltalysatorschicht    werden (in n Str¯  mungsrichtung    des Gases gesehen) nochmals etwa 78 Gewichtsteife von dem in gleicher Weise wie oben bereiteten Katalysator ohne Harnstoff eingebracht. Nach Einf hren des Reaktionsrohres, welches mit einem   konstan-    ten Ammoniakstrom von 50   Liter/Stunde    während der ganzen Versuchsdauer durchspült wird, in einen waagrechten Rohrofen, erfolgt innerhalb 30 Minuten das Aufheizen des Reaktionsgutes auf   330  C.    Diese Tem  peratur    wird während 5 Stunden aufrechterhalten.

   In dieser Zeit scheide sich in dem aus dem Rohrofen rück  wärts'herausragenden    und zur Vermeidung von Ammo  niumcarbamatabscheidung    auf 120¯ C gehaltenen Teil des Reaktionsrohres 9, 83 Gewichtsteile Sublimat mit einem   Melamingehatt    von 95, 0 % ab, was einer Ausbeute von 89, 0%, bezogen auf eingesetzten Harnstoff, entspricht.

   b) Verwendet man einen Katalysator, hergestellt aus 70   Gewichtateilen fein verteilten Aluminiumoxyds    (mit   einer spezifischen Oberfläche von 90 m4/g)    und einer   Lö'sung    van 15, 9 Gewichtsteilen Natriumpyrophosphat (Na4Pa07 10H2O) in 200 Gewichtsteilen Wasser, der wie unter a getrocknet wurde, und verfährt im übrigen wie in a beschrieben, so erhält man nach 5stündiger   Reaktions-bzw.      Sublimationszeit    7, 76 Gewichtsteile Sublimat mit einem Melamingehalt von 87, 3 %, was einer Ausbeute von 64, 6%, bezogen auf 30 Gewichtsteile Harnstoff, entspricht.

   c) Mit einem Katalysator, hergestellt aus 70 Gewichtsteilen fein verteiltem   Titandioxyd    (spezifische OberflÏche 60 m2/g) und 105 Gewichtsteilen 10% iger PhosphorsÏure, der wie unter a beschrieben getrocknet wurde, und gleicher Versuchswei'se wie in a werden nach 6 Stunden   Reaktions-bzw.

   Sublimationszeit    9, 46   Gewichtsteile Sublimat    mit 95,   5 %    Melamin erhalten, entsprechend einer Ausbeute von 86,   0%    der Theorie. d) 70 Gewichtsteile fein verteiltes   Zirkondioxyd    (spezifische Oberfläche 50   m2/g)    werden mit einer Lösung von 37, 6 Gewichtsteilen Dibutylphosphat in 170 Gewichtsteilen Alkohol imprägniert, bei   100  C    10 Stunden lang im Trockenschrank getrocknet und anschliessend 5 Stunden   ldng    im Ammoniakstrom auf   350     C erhitzt.

   Setzt man auf dem so hergestellten Katalysator 30 Gewichtsteile Harnstoff wie unter a   beschrie-    ben   um,    so erhält man 8, 95 Gewichtsteile Sublimat mit 83, 7% Melamin, entsprechend einer Ausbeute von 71, 4%. e) 70   Gewichitsteill'e    fein verteiltes Eisenoxyd   (egos    mit einem Teilchendurchmesser von etwa 25   Milli-    mikron) werden mit 131 Gewichtsteilen 4% iger Phos  phorsäure imprägniert,    bei   110 C im Trockenschrank      weitgehe'nd von Wasser befreit und abschliessend    3 Stunden bei   365  C im Ammoniakstrom getrocknet.    Bei gleicher   Vecsuchsdurchführung,    wie unter a beschrieben, erhÏlt man nach 5 Stunden 7,

   76 Gewichtsteile Sublimat mit einem Melamingehaft von 84, 5 %, entsprechend einer Ausbeute von 62, 5 % der Theorie. f) 70 Gewichtsteile fein verteilter Ru¯ (spezifische OberflÏche 110 m2/g) werden mit 70 Gewichtsteilen 20% iger PhosphorsÏure imprÏgniert; bei 110¯C wird dann im Trockenschrank weitgehend entwässert und anschliessend 6 Stunden bei 365¯ C im   Ammoniakstrom    getrocknet. Auf diesem Katalysator werden 30 Ge  wichtsteile Harnstoff    bei einer Reaktionszeit von 5 Stunden unter im übrigen denselben Bedingungen wie bei Versuch 1 a) in Melamin  bergef hrt.

   Man erhÏlt 9, 01   Gewichtsteile Sublimst    mit 80, 2 % Melamingehalt ; Ausbeute 68, 8 % der Theorie. g) 14 Gewichtsteile fein verteiltes Aluminiumoxyd (spezifische OberflÏche 90 m2/g), 35 Gewichtsteile fein verteiltes Siliciumdioxyd (spezifische OberflÏche 150 m2/g) und 21 Gewichtsteile Russ (spezifische OberflÏche 110 m2/g) werden innig vermischt und d'ann mit 210 Gewichtsteilen   2% iger Phosphorsäure imprägniert. Die    Trocknung erfolgt zunächst bei 110 C im   Trocken-    schrank, anschliessend 5 Stunden bei   350  C    im Ammo  niakstrom.    Auf den so hergestellten Katalysator werden 30 Gewichtsteile Harnstoff in gleicher Weise wie bei a beschrieben aufgebracht und wie dort in Melamin umgewandelt.

   Man erhÏlt 9, 48   GewichtsteMe    Sublimat mit eilnem   Melamingehalt    von 99, 5%, entsprechend 89, 9% Ausbeute.



   Unter denselben Bedingungen, aber bei verlängerter Sublimationszeit und mit einem mit Phosphorsäure im  prägnierten      Tonerdegel    als Katalysator, wurden 90,   6%    %   Melaminausbeute,    mit einem Silicagel (bei gleichfalls verlängerter   Sublimationszeit)    88, 5% Ausbeute erhalten. h) Verwendet man zur Herstellung des in Beispiel 1 a beschriebenen Katalysators s'tatt der PhosphorsÏure 107 Gewichtsteile einer   5 %    igen   wässrigen Borsäure-    iösung und verfährt im übrigen wie in diesem Beispiel angegeben, so erhält man nach 5stündiger   Reaiktibns-    bzw.

     Sublimationszeit    9, 68 Gewichtsteile Sublimat mit 94, 8 % Melamin, was einer   Melaminausbeute    von 87, 4 % entspricht. i) Ersetzt man die in Beispiel 1 c genannte   Phospbor-    säure durch 152 Gewichtsteile einer 10% igen ArsensÏure und arbeitet im übrigen wie dort angegeben, dann findet man unter Verwendung dieses   Titandioxyd-Arsen-    sÏure-Katalysators nach 6 Stunden   Reaktions-bzw.   



  Sublimationszeit im Auffangteil des Reaktionsrohres 10, 29 Gewichtsteile   Sublimat    mit einem Melamingehalt von 81,   4%    ; die Ausbeute beträgt demnach 79, 7%, bezogen auf 30 Gewichtsteile eingesetzten Harnstoff. k) Der in Beispiel 1 a beschriebene Katalysator wird unter Verwendung von 170 Gewichtsteilen 5% iger SchwefelsÏure statt PhosphorsÏure hergestellt. Mit diesem Katalysator werden unter den in Beispiel 1 a beschriebenen Bedingungen aus 30 Gewichtstedilen Harnstoff nach 5stündiger Reaktions-bzw.   Sublimationszeit    9, 61 Gewichtsteile Sublimat mit 94,3% Melmin erhal'ten, das sind 86, 3 % der Theorie.



   Beispiel 2
Die in den Beispielen 1 a,   1    c,   1    f und   1    g   beschrie-    benen Versuche wurden bei   275     C   Rcaktionstempera-    tur jeweils mit den dort angegebenen Katalysatoren wie  derholt    und zum Vergleich ausserdem unter denselben Bedingungen mit den Katalysatoren Silicagel sowie Ton  erdegel    imprägniert mit 6 Gew. % Phosphorsäure (mit innerer OberflÏche) durchgef hrt, wobei der zeitiche Verlauf der   Melaminsublimation    verfolgt wurde.

   Es ergab sich, da¯ bis zur völligen Entfernung des Melamins von den einzelnen Katalysatoren die nachfolgenden Zeiten erforderlich sind : Bei Silicagel 27 Stunden, bei phosphorsäurehaltigem Tonerdegel 15 Stunden, bei dem Siliciumdioxyd-PhosphorsÏure-Katalysator (nach Beispiel 1 a) 6 Stunden, bei dem Titandioxyd-Phosphor  säure-Katalysator (nach Beispiel 1    a) 7 Stunden, bei dem   Russ-Phosphorsäure-Katalysator    (nach. Beispiel 1 f) 6 Stunden, bei dem Aluminiumoxyd-Siliciumdioxyd Ru¯-PhosphorsÏure-Katalysator (nach Beispiel 1 g) 6, 5 Stunden.



   Aus diesen Vergleichsversuchen ist zu ersehen, wie stark sich die zum Abstreifen des Melamins erforderliche Zeit bei Verwendung eines Katalysators ohne innere Oberfläche und ohne inneres Volumen verkürzt.



   Der technische Fortschritt des erfindungsgemϯen Verfahrens ergibt sich schilieBlich auch. noch aus der überraschenden Beobachtung, welche bei den nachfolgend in Beispiel 3 beschriebenen Vergleichsversuchen gemacht werden konnte.



   Beispiel 3
Erhitzt man jeweils 50 Gewichtsteile Silicagel bzw. phosphorsÏurehailtige Tonerde mit 30 Gewichtsteilen Harnstoff in   Ammoniakaitmosphäre    mit annähernd linearem Temperaturanstieg innerhalb 2 Stunden auf   600     C, so wird das dabei entstehende   Melamih bereits    ab etwa   350     C, in erheblichem Umfang ab etwa 400¯ C, thermisch in Cyanamid gespalten, wobei diese Spaltung möglicherweise durch den Kontakt katalysiert wird.

   F hrt man denselben Versuch jedoch   @ mit einem der das erfin-    dungsgemässe Verfahren kennzeichnenden   Kataliysatoren    durch, wie sie etwa in den Beispielen 1 a bis 1 f näher beschrieben sind, dann n beobachtet man das Auftreten von Cyanamid erst bei wesentlich höheren   Temperatu-    ren, und zwar bei dem   Katalysaltor    nach 1 a etwa ab   480     C, bei dem Katalysator nach   1    b etwa ab   470  C,    bei dem Katalysator nach   1    g etwa ab   490  C.   



   Nachdem die Cyanamidbildung bei der   Mela'min-    synthese absolut unerwünscht ist, weil sie zu einer Ausbeuteverminderung und gleichzeitigen Verunreinigung des   Sublimates führt,    ergibt sich aus   d'en    vorstehenden Vergleichsversuchen, da¯ man bei Anwend'ung des erfindungsgemϯen Verfahrens wesentlich h¯here Temperaturen zulassen kann und dadurch den Vorteil k rzerer Reaktions- und   Sublimationszeiten    gewinnt.



   Beispiel 4
Kontinuierlich lϯt sich das erfindungsgemϯe Verfahren wie folgt durchführen :
In einem vertikalen, von aussen beheizbaren Quarzrohr mit 60 mm lichter Weite werden 500 g von dem gemϯ Beispiel   1    a hergesteNten Katalysator untergebracht.   Die Katalysätorsäule wird    bei 350¯ C von oben kontinuierlich, mit 18-20 g Harnstoff pro Stunde beschickt und in gleicher Richtung mit 100 Liter Ammoniak pro Stund'e durchspült. Die unten aus dem Reak  tionsrohr austretenden Dämpfe werden m einer an-    schlie¯enden, zwecks Vermeidung von   Ammoniumcarb-    amatabscheidung auf 120¯ C gehaltenen Kondensations Kammer vom Melamin befreit.

   Nach 16 Stunden wird die   Harnstoffzugabe    unterbrochen und noch weitere 2 Stunden lang Ammoniak bei 350¯ C durch die Apparatur geleitet. Nach Beendigung des Versuches finden sich im Kondensationsgefϯ 99,8 g Sublimat mit 93,8% Melamingehalt, was bei einer eingebrachten Harnstoffmenge von 306 g einer Ausbeute von. 87,2% enitspricht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Katalysator zur Herstellung von Melamin aus Harnstoff und/oder dessen thermischen Zersetzungsprodukten in Gegenwart von Ammoniak unter Anwendung von Hitze, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Oxyd und/oder KohTenstoff besteht, welches bzw. welcher mit Phosphorsäure, Arsensäurc, Borsäure oder Schwefelsäure oder einer eine dieser Säuren abgebenden Verbindung imprÏgniert ist, und da¯ er eine spezifische OberflÏche von mehr als 0,1 m2/g aufweist und eine innere OberflÏche bei ihm nicht vorliegt.
    UNTERANSPRUCHE 1. Katalysator, gekennzeichnet durch eine gesamte spezifische OberflÏche von mehr als 20 m2/g.
    2. Katalysator nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er auf 100 Gewichtsteile Oxyd und/ oder Kohlenstoff 0, 5-75 Gewichtsteile, vorzugsweise 3-20 Gewichtsteile, PhosphorsÏure, berechnet als P2O5, enthÏlt.
    3. Katalysator nach Patentanspruch, dadurch, gekennzeichnet, da¯ er auf 100 Gewichtsteile Oxyd und/ oder Kohlenstoff 0,24-37 Gewichtsteile, vorzugsweise 1, 5-9, 8 Gewichtsteile, BorsÏure, berechnet als B2O3, enthält.
    4. Katalysator nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er auf 100 Gewich'ts'teile Oxyd und/ oder Kohlenstoff 0, 81-121 Gewichtsteile, vorzugsweise 4, 9-32, 4 Gewichtsteile, ArsensÏure, berechnet als As2O5, enthält.
    5. Katalysator nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da¯ er auf 100 Gewichtsteile Oxyd und/ oder Kohlenstoff 0,56-85 Gewichtsteile, vorzugsweise 3, 4-22, 6 Gewichtsteile, SchwefelsÏure, berechnet als SO3, enthÏlt.
CH873861A 1960-11-30 1961-07-25 Katalysator zur Herstellung von Melamin CH436318A (de)

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