Selbstreinigender Magnetfilter, insbesondere zur Filtrierung der Kühlflüssigkeit von Drehbänken Bekannte selbstreinigende Magnetfilter weisen eine oder mehrere permanentmagnetische Trommeln auf, die in einem Behälter rotieren, durch den eine zu filtrierende, magnetisierbare Teilchen enthaltende Flüssigkeit langsam hindurchfliesst. Die Magnettrom mel zieht aus der Flüssigkeit die magnetisierbaren Teilchen und andere von denselben mitgenommene Verunreinigungen heraus, die an der Trommel haf ten bleiben,
bis sie mittels eines Abstreifers von derselben entfernt werden.
Diese bekannten Magnetfilter beanspruchen sehr viel Platz und Material, sind somit relativ teuer und filtrieren ausserdem die Flüssigkeiten, z. B. die bei Drehbänken verwendeten, als Schneidflüssigkeiten bezeichneten Kühlflüssigkeiten nicht in befriedigen der, einwandfrei eine Wiederverwendung gestattender Weise.
Der Magnetfilter nach der Erfindung, die gestattet, diese Nachteile zu beheben, zeichnet sich aus durch ein endloses Förderband, auf dessen oberem Trum die zu filtrierende, magnetisierbare Teilchen enthal tende Flüssigkeit in zur Bewegungsrichtung dieses oberen Trums entgegengesetzter Richtung abläuft, und durch einen Magnetkörper, der unter diesem oberen Trum angeordnet ist und ein Absetzen der magne- tisierbaren Teilchen und anderer von denselben mit genommener Verunreinigungen auf dem Förderbande bewirkt,
welch letzteres diese Verunreinigungen aus dem Bereich der Flüssigkeit heraus befördert.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. Es ist: Fig.1 ein vertikaler Längsschnitt durch einen selbstreinigenden Magnetfilter gemäss der Linie I-1 und teilweise gemäss der Linie F-I' von Fig. 2, Fig.2 ein Schnitt gemäss der Linie II-11 von Fig.1. Fig. 3 eine Draufsicht auf den unter dem oberen Trum des endlosen Förderbandes angeordneten Magnetkörper und einen Teil dieses Förderbandes,
und Fig. 4 eine Seitenansicht zu Fig. 3.
Der Magnetfilter nach Fig. 1 und 2 weist ein Gehäuse 1 von rechteckigem Grundriss auf, das auf Längsträgern 2, z. B. auf zwei I-Trägern ruht. An einem Gehäuseende ist oben ein Einlaufstutzen 3 und am gegenüberliegenden Gehäuseende ist unten ein Auslaufstutzen 4 vorgesehen. Die Stutzen 3 und 4 sind mit Anschlussgewinden 5 versehen. Das Ge häuse 1 weist zwei zueinander parallele Seitenwände 6 und 7 auf, die durch Stirnwände 8 und 9 mitein ander verbunden sind. Das Gehäuse 1 weist ferner eine die Wände 6-9 oben abdeckende, auslaufseitig abwärts geneigte Decke 10 auf, die zum grossen Teil durch eine Glasplatte 10' gebildet ist.
Durch die Glasplatte 10' kann man ein endloses Förderband 11 beobachten, das über zwei transver- sal zu den Seitenwänden 6 und 7 im Gehäuse 1 in verschiedener Höhe angeordnete Walzen 12 und 13 läuft. Die Walze 12 sitzt auf einer Achse 14, die einerseits in einem aussen an der Seitenwand 6 be festigten Getriebekasten 15 und anderseits in einem aussen an der Seitenwand 7 befestigten Lager 16 gela gert ist.
Die Walze 13 .sitzt auf einer Achse 17, die an ihren beiden Enden in Lagern 18 gelagert ist, die an der Aussenseite der Seitenwände 6 und 7 in Rich tung des Doppelpfeiles 19 von Fig. 1 verschiebbar und feststellbar angebracht sind, so dass durch Ver schiebung dieser Lager 18 die gewünschte Spannung des Förderbandes 11 eingestellt werden kann. Die Länge der Walzen 12 und 13, die der Breite des Förderbandes 11 gleich äst, entspricht mit geringem Spiel dem gegenseitigen Abstand der Seitenwände 6 und 7. Zum Antrieb des Förderbandes 11 ist ein Elektro motor 20 vorgesehen, der in Fig. 1 nicht im Schnitt gezeichnet ist.
Die Anschlussdose des Motors 20 ist mit 20' bezeichnet und die Anschlusskabel sind nicht dargestellt.
Auf der Welle 21 des Motors 20, die in den Getriebekasten 15 hineinragt, sitzt ein Ritzel 22, das mit einem Zahnrad 23 kämmt. Das Zahnrad 23 sitzt auf einer Welle 24, die ein Ritzel 25 trägt, das in ein Zahnrad 26 eingreift, das auf einer Welle 27 sitzt. Die Welle 27 trägt ein Ritzel 28, das mit einem Zahnrad 29 kämmt, das auf einer Welle 30 sitzt, die ein Ritzel 31 trägt. Das Ritzel 31 greift in ein Zahnrad 32 ein, das auf der Welle 14 der Walze 12 sitzt, die das Förderband 11 antreibt.
Das Getriebe 21-32 befindet sich im Getriebe kasten 15 und ist nur in Fig. 1 schematisch darge stellt.
Das Zahnrad 29 greift noch in ein ebenfalls im Getriebekasten 15 befindliches Ritzel 33 ein, das auf einer Welle 34 sitzt, die sich auch zwischen den Seitenwänden 6 und 7 erstreckt, in Fig. 2 aber nicht mit dargestellt ist. Auf der Welle 34 sitzt eine Bürste 35 fest, die zum Reinigen des Förderbandes 11 dient und sich längs dessen ganzer Breite erstreckt. Eine weitere zu demselben Zwecke dienende Bürste 36 sitzt auf einer Welle 37, auf der ein ebenfalls im Getriebekasten 15 befindliches Zahnrad 38 befestigt ist, das mit dem auf der Antriebswalzenachse 14 sitzenden Zahnrad 32 kämmt.
Die Bürste 36 bewegt sich gleichsinnig mit dem Förderband 11, aber schnel ler als letzteres, während die Bürste 35 sich gegen läufig zum Förderbande bewegt.
Verunreinigungen, die auf später noch zu erläu ternde Weise aus der durch den Magnetfilter fliessen den Flüssigkeit auf das Förderband 11 gelangen, werden mittels der Bürsten 35 und 36 von letzterem abgebürstet und fallen auf eine Blechrutsche 39, die in der Nähe der Seitenwand 6 am höchsten ist (Schnittlinie I'-F), während sie bei der Seitenwand 7 viel niedriger, nämlich am Boden des Gehäuses 1 liegt und sich zugleich gemäss ihren in Fig. 1 gezeig ten Umrisslinien 39' stark nach unten verjüngt. Die Blechrutsche 39 mündet dann in Form eines offe nen Kanals 40 seitlich aus dem Gehäuse 1 aus.
Unter dem oberen Trum des Förderbandes 11 befindet sich ein Magnetkörper 41, der auf einem hohlen Magnetträger 42 angebracht ist, der zwischen den Seitenwänden 6 und 7 angeordnet und auf nicht dargestellte Weise an denselben befestigt ist. Der hohle Magnetträger 42 weist oben eine Nische 43 auf, in der der Magnetkörper 41 liegt.
Der Magnetträger 42 weist ferner eine untere Platte 44 auf, gegen die das untere Trum des För derbandes 11 durch die rotierende Bürste 35 an gedrückt wird, und zwei Zylindersektornischen 45 und 46, in die Teile der Walzen 12 bzw. 13 hinein ragen.
Der Magnetkörper 41 weist gemäss Fig. 3 und 4 eine Anzahl von stabförmigen, permanenten Magne- ten 47, z. B. aus Bariumferrit, auf, die mit Eisen lamellen 48a und 48b abwechseln. Die stabförmigen Magnete 47 sind transversal zu ihrer Längsrichtung magnetisiert, wie aus den Polangaben N, S in Fig. 3 hervorgeht, wobei gleichartige Pole<I>N</I> bzw.<I>S</I> ein ander gegenüberliegen unter Zwischenlage einer Eisenlamelle 48a oder 48b.
Die Lamellen 48b sind länger als die Lamellen 48a, weil die stabförmigen Magnete 47 an einem Ende einseitig zugespitzt sind, wodurch die magnetische Kraft des Magnetkörpers an diesem Ende progressiv geschwächt wird. Die magnetischen Kraftlinien verlaufen .im wesentlichen bogenförmig in zur Zeichenebene der Fig.3 senk rechten Ebenen, wobei die grösste Kraftliniendichte jeweils an den in Fig. 3 sichtbaren Schmalseiten der Eisenlamellen 48a und 48b auftritt.
Diese Kraft linien durchsetzen das obere Trum des Förderban des 11, welches den Boden eines geneigten Kanals 49 von rechteckigem Querschnitt darstellt, dessen Decke durch die Glasplatte gebildet wird und der seitlich durch die Seitenwände 6 und 7 begrenzt ist.
Die in der zu reinigenden Flüssigkeit, z. B. einer bei Schleifarbeiten verwendeten Kühlflüssigkeit, ent haltenen Eisenteilchen werden somit von dem Magnet körper 41 auf das Förderband 11 gezogen und neh men dabei auch nichtmagnetisierbare Verunreini gungen der Flüssigkeit mit sich. Alle auf diese Weise ausgeschiedenen Verunreinigungen setzen sich auf dem Förderband 11 ab, das sich in zur Abfluss- richtung der Flüssigkeit entgegengesetzter Richtung bewegt und das zur Mitnahme der Verunreinigun gen mit Mitnahmeleisten 50 versehen ist, die sich in Querrichtung des Förderbandes erstrecken.
Diese Leisten 50 weisen Lücken 51 auf, wobei diese Lücken in benachbarten Leisten 50 in bezug auf einander versetzt sind, was das Abfliessen der Flüs sigkeit auf dem Förderbande 11 erleichtert.
Die Leisten 50 nehmen die Verunreinigungen mit, weil letztere nicht über diese Leisten hinweg gleiten können. Die Magnetkraft des Magnetkörpers 41 nimmt an demjenigen Ende progressiv ab, bei dem das Förderband 11 von demselben abläuft, wo durch verhindert wird, dass sich an dieser Stelle eine zu starke Steuerung der Verunreinigungen an den Leisten 50 ergibt.
Bei plötzlicher, .statt progressiver Abnahme der Magnetkraft kann diese Stauung beim Ende des Magnetkörpers nämlich leicht so gross werden, dass die Verunreinigungen über die Leisten 50 hinweg auf dem Förderbande zurückrutschen.
Die auf die beschriebene Weise magnetisch fil trierte Flüssigkeit läuft von dem über die Walze 13 laufenden Teil des Förderbandes ab und passiert noch zwei Siebfilter 52 und 53, bevor es in den Auslaufstutzen 4 gelangt. Das Siebfilter 52 ist ein Grobsieb mit beispielsweise 400 Maschen/cm2 und das Siebfilter 53 ein Feinsieb mit beispielsweise 4000 Maschen'em2. Die Siebfilter 52 und 53 sind auf transversalen Leisten 54 und 55 verschiebbar abge stützt und weisen je zwei symmetrisch geneigte Dach- flächen auf, was einem raschen Verstopfen dieser Siebfilter entgegenwirkt.
Die Leisten 54 sind an einer transversalen Zwischenwand 56 angebracht und die Leisten 55 an der Frontwand 9. In der Seiten wand 7 ist eine Tür 57 vorgesehen, deren Öffnung gestattet, die Siebfilter 52 und 53 in das Gehäuse 1 einzuführen bzw. zu Reinigungs- oder Austausch zwecken aus demselben zu. entnehmen. Man kann auch mehr als zwei derartige Siebe derart in Kas kade anordnen, dass bei Verstopfung des oberen Siebes die Flüssigkeit von demselben auf das nächste Sieb fliesst usw.
Unter den Siebfiltern 52 und 53 befindet sich eine ebenfalls zur Türöffnung aus dem Gehäuse 1 herausnehmbare, permanentmagnetische Platte 58, von deren oberen Fläche aus die Flüssigkeit in den Auslaufstutzen 4 gelangt. Die Magnetplatte 58 dient zu Sicherheits- und Kontrollzwecken. Normalerweise sollte sich auf derselben kein oder nur ganz wenig, äusserst feiner magnetisierbarer Schlamm absetzen. Wenn gröbere Verunreinigungen von der Magnet platte 58 festgehalten werden, so ist dies ein Zei chen, dass eine Revision des Magnetfilters erforder lich ist.
Die Arbeitsweise des dargestellten Magnetfilters geht bereits aus obiger Beschreibung hervor. Es sei noch erwähnt, dass auf der Blechrutsche Abstreifer 59 und 60 befestigt sind, deren freie Kanten sich längs der Bürsten 35 bzw. 36 erstrecken und in deren Borsten eingreifen, wodurch die an letzteren haftenden Verunreinigungen abgestreift werden und auf die Rutsche 39 fallen.
Gegenüber den eingangs erwähnten, bekannten selbstreinigenden Magnetfiltern mit in einem Gefäss rotierender, permanentmagnetischer Trommel weist der beschriebene Magnetfilter den Vorteil auf, dass er einen viel geringeren Raumbedarf hat. Ein Ma gnetfilter für eine Durchlaufleistung von 120 Litern' Minute beansprucht beispielsweise weniger als 1/i., der Grundfläche eines Magnettrommelfilters gleicher Leistung, bei um weit über 500/a reduzierter Höhe. Entsprechend sind auch der Materialaufwand und die Kosten viel geringer.
Ferner ist auch der erzielte Reinigungsgrad der Flüssigkeit ganz bedeutend höher als bei diesen bekannten Filtern.