<Desc/Clms Page number 1>
Schultergelenk für künstliche Arme.
EMI1.1
der mit dem physiologischen Schultergelenk zusammenfällt. Die Erfindung besteht darin, dass auf einem auf der Schulter des Trägers befestigten Sattel-ein um einen senkrechten Bolzen drehbares Führungsstück sitzt, in dem ein halbkreisförmiger Bügel gleiten kann, an dessen Enden die Oberarmschienen so angelenkt sind, dass sich ihre Mittelachse mit derjenigen des Drehbolzens in dem Drehpunkt des Bügels schneidet.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen der Erfindung dargestellt, und zwar zeigen :
Fig. I bis 4 eine Anordnung mit einem halbkreisförmig gebogenen Bügel, der in einer Führung läuft, die um einen senkrechten Bolzen drehbar ist.
Die Fig. 5 und 6 veranschaulichen eine Ausführungsform, bei der an die Oberarmschiene ein Schnurzug angeschlossen ist, der von der Vorderseite des Armes zur Achsel läuft, wo der Sattel durch einen metallenen Trag-und Führungsbügel entsprechend ausgestaltet ist. Der Schnurzug geht durch diesen Führungsbügel über die Achsel und ist an der hinteren Seite des Armes wieder am Stulp festgelegt.
EMI1.2
getroffen ist, dass der auf der Schulter gelagerte Gelenk-oder Führungsbügel nicht nur eine Drehbewegung um seinen Mittelpunkt und um einen Durchmesser ausführen kann, sondern auch eine Pendelbewegung um einen Punkt auf dem Umfang des Bügels. Hierdurch wird die Verlagerung des am Oberarmknochen befindlichen Gelenkkopfes gegenüber der im Schulterblatt liegenden Gelenkpfanne ausgeglichen, wie sie beim Hochheben des Armes eintritt.
Fig. i zeigt eine schematische Vorderansicht der ersten Ausführungsform, Fig. 2 eine schematische Seitenansicht hierzu. Fig. 3 ist ein senklechter Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 2, Fig. 4 ein senkrechter Schnitt nach der Linie C-D der Fig. i. Fig. g ist eine schematische Vorderansicht der zweiten Ausführungsform, Fig. 6 eine schematische Seitenansicht hierzu. Fig. 7 zeigt die dritte Ausführungsform in Vorderansicht. Fig. 8 ist ein Schnitt nach der Linie E-F der Fig. 7.
EMI1.3
der Schulter des Trägers möglichst vollkommen angepassten, aus Leder und Blech hergestellten Sattel a, der dem Träger angeschnallt wird, und besteht aus einem halbkreis- förmigen Bügel b, der in einer Führung c gleitet und an dessen Enden die beiden Oberarmschienen d angelenkt sind.
Die Führung c für den Bügel b ist als Drehbolzen e ausgebildet, der in dem auf dem Sattel a sitzenden Lagerfuss f drehbar gelagert ist. Die Führung c für den Bügel b ist mit Kugeln ausgelegt und auf dem Bügel ist ein Staubschild g befestigt, der die Kugelbahn in der Führung abdeckt. Der Lagerfuss f ist ebenfalls als Kugellager ausgebildet, das den Drehbolzen und die mit demselben aus einem Stück bestehende Bügelführung trägt.
<Desc/Clms Page number 2>
Die Mittelachsen des Drehbolzens e und diejenige der Armschienen d schneiden sich in dem Punkt, um den der Bügel b in seiner Führung c geschwenkt werden kann und welcher der Mittelpunkt des natürlichen Schultergelenkes ist. Die Bewegung des künstlichen Gelenkes erfolgt mit Hilfe des in einem Stulpen h eingebetteten Armstumpfes.
Die senkrechte Achse des Drehbolzens erlaubt eine Verdrehung des Schultergelenkes um eine Achse parallel zur Längsachse des Körpers. Beim Schwenken des Armes vor-und 1 ückwärts gleitet der Bügel b in der Führung c und bei seitlichem Heben und Senken des
EMI2.1
Schultergelenk nach Art eines Kugelgelenkes arbeiten.
Das Schultergelenk der zweiten Ausführungsform nach den Fig. 5 und. 6 besteht aus dem Sattel a der mit einem Trag-und Führungsbügel i ausgerüstet und dessen über die Achsel verlaufender Teil als nach innen offene Rinne k ausgebildet ist, in welcher ein Schnurzug l läuft, der mit seinem einen Ende an der vorderen Oberarmschiene M und mit dem anderen Ende an der hinteren Oberarmschiene n befestigt ist. Beim Bewegen des Armes gleitet die Zugschnur k in der offnen Rinne des Tragbügels i, wobei sie sich im übrigen durch Biegung allen vorkommenden Stellungen des Armstumpfes anpasst.
Bei der dritten Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8 trägt der auf der Schulter sitzende Sattel a'ein Gehäuse b', welches in Form einer Kugelschale ausgebildet ist. In dieses Kugelgehäuse b'. ist ein halbkreisförmiger Bügel c'eingesetzt, der seinerseits in der Mitte einen kugelig gestalteten Ringwulst d'aufweist, welcher in das Kugelgehäuse hinein-
EMI2.2
bügel trägt an seinen Schenkelenden Augen/', an welche die Oberarmschienen g'angelenkt sind. Auf die Enden des Führungsbügels c'sind Tragschenkel h'aufgesetzt, welche das obere Lager i'für die starre Lenkstange k'aufnehmen können, deren unteres Ende an dem Unterarm unterhalb des Ellbogengelenkes angreift.
Das obere Lager für den starren Lenkhebel besitzt annähernd kugelige Aussenform und kommt bei dieser Konstruktion in die Achselhöhle zu liegen, welche seine Kugelpfanne bildet. Es umfasst zusammen mit den Tragschenkeln h', dem Führungsbügel c'und dem Sattel a'die Achsel des Trägers, wodurch die ganze Tragkonstruktion den Bewegungen des Armstumpfes folgen muss. In dem kugeligen Gelenkkopf i'des Lenkstangenlagers ist eine Leitrolle für das Seil zum Steuern der Hand untergebracht.
Beim Anheben des Armes dreht sich der Gelenkkopf des Oberarmknochens aus der Gelenkpfanne des Schulterblattes unter Dehnung der Bänder heraus und diese Bewegung muss auch der Führungsbügel c'und der in ihm verschiebbar gelagerte Gleitbügel e'mitmachen.
Der Bügel c'findet in dem Kugelgelenk d'einen feststehenden Stützpunkt, während das untere, aus dem oberen Lager i'der starren Lenkstange und der Achselhöhle gebildete Kugelgelenk den Bewegungen der Achselhöhle folgen muss, wodurch sich das künstliche Schultergelenk den Bewegungen des physiologischen Schultergelenkes anpasst. Der Gelenkbügel c'dreht sich
EMI2.3
punkt des durch diese beiden Teile gebildeten Kugelgelenkes. Die Bewegung der Oberarmschienen g'am Gleitbügel e'ist aber hierbei nicht aufgehoben und ebenso ist es auch möglich, dass sich der Gleitbügel e'in dem Führungsbügel c'verschieben kann.
Der Armstumpf ist somit nach allen Seiten frei beweglich und infolge der Lageveränderung des Drehpunktes des Universalgelenkes entsprechend der Lageveränderung des physiologischen Schultergelenkes wird jede Spannung zwischen diesen beiden verhindert.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Schultergelenk für künstliche Arme nach dem Patente Nr. 77626, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem auf der Schulter des Trägers befestigten Sattel (a) ein um einen senkrechten Bolzen (e) drehbares Führungsstück (c) sitzt, in dem ein halbkreisförmiger Bügel (g) gleiten kann, an dessen Enden die Oberarmschienen (d) so angelenkt sind, dass sich deren Mittelachse mit derjenigen des Drehbolzens in dem Drehpunkt des Bügels schneidet.