DE4123277C1 - Handling waste combustion slag allowing removal of valuable materials - by reducing raw slag material and then removing dust components and wet sorting to separate light fraction - Google Patents
Handling waste combustion slag allowing removal of valuable materials - by reducing raw slag material and then removing dust components and wet sorting to separate light fractionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufberei
tung von Müllverbrennungsschlacken nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1
und 21.
Die Müllverbrennung ist das derzeit am weitesten verbreitete Verfahren
zur Volumenreduzierung und weitgehenden Inertisierung von Abfällen, ins
besondere von Hausmüll. Die als Verbrennungsrückstand anfallende Schlacke
ist hinsichtlich ihrer Zusammensetzung außerordentlich heterogen und wird
deponiert oder nach einer Schrottabscheidung zum Wegebau verwendet, so
weit es die Umweltverträglichkeit zuläßt.
Wie aus dem Müll-Handbuch "Schlackenaufbereitung", Erich Schmidt Verlag,
MuA 39. Lfg./III 76, Band 4 Nr. 7630, bekannt, umfaßt die Aufbereitung
der Schlacke im allgemeinen die Prozeßstufen Klassierung, Zerkleinerung
und Magnetabscheidung, wodurch die Abtrennung grober Störstoffe und
eisenhaltiger Besandteile sowie die Trennung in marktgängige Körnungen
erreicht wird. Hierzu wird die Rohschlacke vorzugsweise mittels Prallmüh
len gebrochen und danach mittels Überbandmagnete oder Trommelmagnete die
Eisenbestandteile entfernt. Eine derartige Aufbereitung des heterogenen
Stoffgemisches Müllverbrennungsschlacke ist hinsichtlich der Erzeugung
verwertbarer Stoffe unzureichend und läßt das Schadstoffpotential, insbe
sondere Wassergefährdungspotential, aufgrund unverbrannter Bestandteile,
leicht löslicher Salze, auslaugbarer Metallverbindungen sowie organischer
Verbindungen unbeachtet.
Die gleichen Nachteile besitzen das Verfahren und die Vorrichtung zur
Schlackenaufbereitung gemäß der DE 37 00 608, wo die Schlacke nach dem
Durchlaufen eines Abschreckbades, der Vorklassierung und der Magnetab
scheidung unter kontinuierlicher Beanspruchung zunächst getrocknet und
anschließend bei vorzugsweise 0,8 mm getrennt wird. Der überwiegende
grobkörnige Anteil kann auf diese Weise zwar einem Straßen- und Wegebau
zweck zugeführt werden, der feinkörnige Anteil aber muß deponiert und
dabei vorzugsweise durch Einschluß in umweltfreundliches Material umwelt
freundlich gelagert werden.
Weiterhin ist bei der bekannten Aufbereitung von Müllverbrennungsschlak
ken bisher unberücksichtigt geblieben, daß die Zusammensetzung der
Schlacke vom Brennstoff, hier Abfälle, insbesondere Hausmüll, und der
Feuerungstechnik, nahezu ausschließlich Rostfeuerungsanlagen, abhängt und
damit die Elementarzusammensetzung der Müllverbrennungsschlacke variiert.
Beispielsweise erhöht der Eintrag von Batterien, alten Sanitärarmaturen
oder auch Straßenkehrricht den Blei- und Cadmiumge
halt in der Müllverbrennungsschlacke, Chrom wird hauptsächlich über Gum
mi, Leder und Farbstoffe eingetragen und einen wesentlichen Beitrag zur
Chlorfracht leisten Kunststoffe (PVC) und Küchenabfälle. Trotz gewisser
Bandbreiten gehören zu den Bestandteilen einer Verbrennungsschlacke nach
der Vorklassierung (Abtrennung grober Störstoffe) grundsätzlich die fol
genden Stoffe: Grobkorn (Korngrößenbereich über ca. 40 mm), Feinkorn
(Korngrößenbereich unter ca. 40 mm), Metalle (FE- und NE-Anteil), Unver
branntes (Holz, Papier, Kunststoff etc.) und Sonstiges (z. B. lösliche
Salze). Beschrieben wird die Zusammensetzung der Müllverbrennungsschlacke
unter anderem von W. Schoppmeier: "Erfahrungen mit der Entsorgung, Aufbe
reitung und Verwertung fester Verbrennungsrückstände aus der Abfallver
brennung", MÜLL und ABFALL 3/1988.
Ein Verfahren zur Müllschlackenaufbereitung, das die Prozeßschritte Vor
klassierung, Zerkleinerung, Abtrennung von Leichtgut und Magnetscheidung
umfaßt und damit der Heterogenität und Komplexität der Verbrennungs
schlacke stärker berücksichtigt, ist das sogenannte Lindemann Verfahren
zur Müllschlackenaufbereitung, wie unter anderem im Umweltmagazin "Metal
le aus der Müllverbrennung", Mai 1987, S. 32-34, beschrieben. Nach diesem
Verfahren wird die Anlage zur Schlackenaufbereitung in Rotterdam betrie
ben. Dem Verfahren liegt die Überlegung zugrunde, daß sich der Hauptei
senbestandteil in der Fraktion größer 40 mm befindet und stark mit
Schlackepartikeln verwachsen ist. Hieraus folgt die Verwendung eines sog.
Zerdirators, der in seiner Bauweise einem Shredder ähnelt. Die Körner
werden durch eine Prallbeanspruchung in duktiles Eisen und spröde Schlak
ke zerlegt. Durch die im Zerkleinerungsraum angebrachten Roste wird die
Schlacke solange verdichtet, bis sie durch die Spalte hindurchpaßt.
Gleichzeitig wird durch ein Gebläse Staub und anderes flugfähiges Mate
rial abgesaugt. Das aus dem Zerdirator ausgetragene, nunmehr aufgeschlos
sene Schlacke-Eisen-Gemisch wird in einem anschließenden Magnetscheider
voneinander getrennt. Das unmagnetische Gut wird danach in einem Wind
sichter von seinen flüchtigen Bestandteilen befreit. Da durch die Zer
kleinerung die Korngrößenspanne der Schlackenbestandteile teilweise ein
geengt wird, kann hier von einem besseren Trennerfolg der Windsichtung
ausgegangen werden als bei Anlagen, die lediglich mit Ventilatoren die
Förderbänder anblasen. Das Sichterschwergut wird in Rotterdam an einen
Verwerter abgegeben, der lt. Angaben des Betreibers mit einem Wirbel
stromscheider die NE-Metalle abtrennt. Angaben über Trenner
folge liegen nicht vor. Der Siebunterlauf des Vorklassiersiebes geht nach
einer Abtrennung von magnetischen Bestandteilen als unverwerteter Schlak
kenanteil in den Fertigschlackebunker. Der abgetrennte magnetische Anteil
<40 mm wird ebenfalls dem Zerdirator zugeführt. Mit dieser Anlage können
sicherlich größere Mengen an Wert- und Schadstoffen aus der Schlacke ent
fernt werden, als bei den bisher üblichen Anlagen zur Schlackenaufberei
tung mit einfacher Entschrottung. Wesentliche Nachteile dieser Anlage lie
gen jedoch in der häufig nicht einwandfreien Sichtung, wodurch Unverbrann
tes nur unvollständig abgetrennt wird. Als eine der möglichen Ursachen
kann der zu hohe Wassergehalt des Zerdiratorauslaufs gesehen werden, wenn
man den üblichen Feuchtigkeitsgehalt der Verbrenungsschlacke zwischen 18
und 20% berücksichtigt. Die Anlage erlaubt auch keine Abtrennung der lös
lichen Salze, die ein hohes Wassergefährungspotential darstellen. Schließ
lich bleibt ein eventuelles Wert- und Schadstoffpotential des als unmagne
tisch abgetrennten Siebunterlaufs der Vorklassierung völlig unberücksich
tigt. Augenscheinlich wurde davon ausgegangen, daß sich in den Fraktionen
kleiner 40 mm weder Unverbranntes noch NE-Metalle in nennenswerten Mengen
befinden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
nach den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 21 zu schaffen, die die Ab
trennung von Wertstoffen und die Schadstoffentfrachtung der Verbrennungs
schlacken verbessern. Eine weitere Aufgabe besteht darin, das erfindungs
gemäße Verfahren umweltfreundlich zu gestalten und die erfindungsgemäße
Vorrichtung kostengünstig aufzubauen.
Diese Aufgaben werden gemäß den kennzeichnenden Teilen der Ansprüche 1 und
21 gelöst.
Hierdurch werden ein Verfahren und eine Vorrichtung geschaffen, die eine
weitgehende Abtrennung der Wert- und Schadstoffe metallisches Eisen, Nich
teisenmetalle in metallischer Form, Unverbranntes in Form von Papier,
Holz, Kunststoffen und dergleichen sowie löslicher Salze erlauben. Durch
eine Dichtesortierung mittels eines Schwerkraftscheiders kann nicht nur
eine NE-Metall Abtrennung erfolgen, sondern insbesondere eine Leichtfrak
tion erzeugt werden, in der sich möglichst viel des unverbrannten Mate
rials sammelt, welches durch den Sichtprozeß nicht entfernt werden kann.
Nachdem herausgefunden wurde, daß sich bei den NE-Metallen, bedingt durch
die speziellen Bedingungen im Feuerraum der Verbrennungsanlage, Korngrößen
im Bereich etwa 30 mm bis in den Mikrometerbereich hinein finden lassen,
die mittels Wirbelstromscheidern im Bereich unter ca. 3 bis 4 mm nicht
mehr erfolgreich sortierbar sind, können mit einem Dichtesortierverfahren
auch restliche NE-Metalle bis mindestens 1 mm wirksam entfrachtet werden.
Da die Trennung nach der Dichte unter Verwendung eines flüssigen Trennme
diums erfolgt, können die löslichen Verbindungen der Verbrennungsschlacke
einfach ausgewaschen werden.
Der Einsatz des Setzprozesses unter Verwendung einer Setzmaschine hat sich
als vorteilhaft herausgestellt, da hier das Trennmedium allein Wasser ist.
Aber auch die Schwimm-Sink-Scheidung mittels eines Schwertrübeschei
ders kann zur Trennung nach der Dichte verwendet werden.
Als besonders vorteilhaft hat sich die Kombination eines Wirbelstromschei
ders mit einem Schwerkraftscheider, insbesondere einer Setzmaschine, her
ausgestellt. Ein oder mehrere Wirbelstromscheider können hier zur Abtren
nung der NE-Metalle der größeren Kornklassen, vorzugsweise größer 4 mm,
vorgesehen sein, während die verbleibende kleinere Kornklasse und ge
gebenenfalls der nichtleitende Wirbelstromscheiderauslaß in einem Schwer
kraftscheider getrennt werden. In dem Schwerkraftscheider wird dann ein
Schwergut erzeugt, in dem sich die durch die Wirbelstromscheidung nicht
entfernten restlichen NE-Metalle und evt. Magnetit anreichern. Mögliche
Klassiereffekte, die bei alleiniger Dichtesortierung die Verwendung von
zwei oder mehr Schwerkraftscheidern erforderlich machen könnten, werden
ausgeschlossen. Desweiteren erlaubt diese Sortierkombination Wirbelstrom
scheidung/Dichtesortierung eine Minimierung der Abwassermenge.
Das Verfahren kann sowohl mit feuchter als auch getrockneter Verbrennungs
schlacke durchgeführt werden. Durch Trocknen als vorbereitenden Schritt
der Aufbereitung kann eine trennschärfere Absiebung und eine störungsfrei
ere Zerkleinerung gewährleistet werden.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren wird abgesehen von auslesbaren,
groben Störstoffen, die entweder direkt verwertbar sind oder im all
gemeinen in die Feuerung zurückgeführt werden, vorzugsweise die gesamte
Rohschlacke mit Ausnahme der groben Störstoffe in den Zerkleinerungsvor
gang aufgegeben. Als Trennkorngröße ist beispielsweise <200 mm wählbar.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung
und den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand des als Fig. 1 beigefügten Flußdia
gramms eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrensablaufs zur Aufbereitung
einer Verbrennungsschlacke, insbesondere Müllverbrennungsschlacke, be
schrieben. Der dargestellte Verfahrensablauf erfolgt unter Angabe von Ver
fahrensschritten oder unter Angabe der Vorrichtungseinheiten zur Durch
führung dieser Verfahrensschritte.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Aufbereitung einer Verbrennungsschlak
ke, insbesondere Hausmüllverbrennungsschlacke, umfaßt die wesentlichen
Verfahrensschritte selektive Zerkleinerung, Staubabtrennung, NE-Metallab
scheidung, Abscheidung von Unverbranntem sowie unlöslichen Salzen und Ent
schrottung.
Die einzelnen Verfahrensschritte und die hierzu verwendbare Vorrichtung
werden in einem ersten Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf Fig. 1
näher erläutert:
Die sogenannte Rohschlacke wird vorzugsweise zunächst vorklassiert. Die
Vorklassierung ist zur Schonung eines nachfolgenden Zerkleinerungsaggrega
tes vorgesehen und dient zur Auslese von groben Störstoffen, wobei die ge
naue Trennkorngröße durch Betriebsversuche optimiert werden kann. Zur
Durchführung der Vorklassierung kann beispielsweise ein 200 mm Stangenrost
1 dienen. Die abgeschiedenen Bestandteile, deren Anteil an der Gesamtmasse
einige Promille ausmacht, können in Verwertbares, zu Entsorgendes und Zer
kleinerbares aufgeteilt werden. Verwertbare Stoffe wären Grobschrott und
große NE-Metallbestandteile, die mittels einer Schwerteilauslese 2 ab
trennbar sind. Zerkleinerbares sind hauptsächlich Kanthölzer, Baumstümpfe
oder Textil- und Papierballen, die unvollständig verbrannt sind und häufig
der Feuerung, gegebenenfalls nach Zerkleinerung, erneut zugeführt werden.
Zu Entsorgendes sind beispielsweise große Steine u.ä. Hier kann im Be
darfsfall entschieden werden, ob dieses Material dem nachfolgenden Aufbe
reitungsschritt der Zerkleinerung zugeführt werden soll.
Da die in der Verbrennungsschlacke enthaltenen Wert- und Schadstoffe nur
teilweise frei vorliegen, ist ein Aufschluß mittels Zerkleinerung 3 unum
gänglich. Wollte man nur das Eisen in verwertbarer Form aus der Schlacke
abtrennen, würde eine Zerkleinerung bis in den Millimeterbereich ausrei
chen. Bei den NE-Metallen stellt sich die Sachlage jedoch anders dar. Be
dingt durch die speziellen Bedingungen im Feuerraum finden sich Korngrößen
im Bereich ca. 30 mm bis in den Mikrometerbereich hinein. Aufgrund der
festgestellten Verwachsungsverhältnisse und den geringen Mengen an Schad
stoffen in bezug zur Grundmasse der Schlacke würde dies jedoch bedeuten,
daß zur Erzielung eines Aufschlusses aller Komponenten, der weitaus größte
Teil des Materials nach der Aufbereitung in Staub- bzw. Schlammform vor
liegen würde. Für einen derartigen Stoff werden zur Zeit keine Verwert
ungsmöglichkeiten gesehen, er würde vielmehr einen weiteren Problemstoff
darstellen. Aus diesen Gründen sollte nach dem Aufschluß ein Material üb
rigbleiben, das zumindest Grobsandqualität hat und entsprechend weiter
verwendet werden kann. Die Zerkleinerung erfolgt deshalb selektiv und vor
zugsweise zur Erzeugung eines Materials, das in seinem Körnungsaufbau ei
nen mit Grobsand vergleichbaren Aufbau hat. Als Zerkleinerungsaggregat
wird hierzu eine Mühle gewählt, die das Gut durch Schlag- und/oder Prall
beanspruchung selektiv zerkleinert. Dies kann eine Hammermühle, ein Shred
der oder eine Prallmühle sein. Eine derartige Zerkleinerung hat neben dem
Aufschluß von Verbundmaterialien auch einen Homogenisierungseffekt, der
den Ablauf der nachfolgenden Verfahrensschritte noch verbessert. Die Mühle
kann zudem an eine Absaugung angeschlossen sein, um das bei der Zerkleine
rung entstehende Feinstkorn aufzufangen.
Als nachfolgender Verfahrensschritt wird eine Leichtgutabtrennung mit ei
nem Trockenabscheider, vorzugsweise einem Sichter 4, durchgeführt. Der
Sichter 4, beispielsweise ein Zick-Zack-Sichter, erlaubt eine Leichtgutab
trennung. Die Windsichtung wird aber aus mehreren Gründen als erfolgreich
und hilfreich angesehen. Kleine schwere und große leichte Bestandteile
lassen sich aufgrund ihrer Gleichfälligkeit aus der Schlacke abtrennen.
Damit erreicht man sowohl eine Abreicherung von Unverbranntem, als auch
von Feinstaub, der aufgrund seiner großen Oberfläche die Eluierbarkeit des
Materials heraufsetzt. Als positiver Effekt ist zudem die fast völlige
Staubfreiheit des Material zu vermerken, wodurch die nachfolgenden Trenn
prozesse vereinfacht werden können. Besonders wirkungsvoll arbeitet die
Windsichtung bei trockenem Material. Wird folglich bei der Aufbereitung
eine möglichst weitgehende Feinstaubabtrennung durch Trockenabscheider ge
wünscht, kann die Verbrennungsschlacke in einem vorbereitenden Schritt der
Aufbereitung getrocknet werden. Für eine wirksame Abtrennung von Eisen,
NE-Metallen, unverbrannten Bestandteilen und wasserlöslichen Verbindungen
kann das Verfahren aber auch mit feuchter Verbrennungsschlacke durchge
führt werden. Das Sichterleichtgut kann auf verschiedene Weise weiterbe
handelt werden, wobei davon ausgegangen wird, daß in dieser Fraktion keine
derzeit wirtschaftlich rückgewinnbaren Stoffe enthalten sind. Der Behand
lungsschritt sollte daher eine reine Inertisierung sein, die zweckmäßiger
weise in Anlehnung an die bekannte Staubbehandlung 5 erfolgen kann. Denk
bar wäre hier Einschmelzung oder Rückführung in den Feuerraum. Da dieser
Stoffstrom derzeit kostenintensiv nachbehandelt werden muß, wird der Sich
ter 4 vorzugsweise so betrieben, daß möglichst nur die Feinststäube abge
trennt werden. Die Entfrachtung von restlichem Unverbrannten kann in einem
nachfolgenden Trennungsvorgang derzeit kostengünstiger erfolgen.
Das zerkleinerte und gegebenenfalls entstaubte Material wird danach auf
ein Sieb 6 aufgegeben, dessen Siebüberlauf zur Abtrennung von groben Fein
korngrößen, vorzugsweise <30 bis 50 mm, insbesondere <45 mm dient. Dieser
Klassierschritt ist zwar nicht erforderlich für eine Entschrottung, die
auch einstufig erfolgen kann. Da durch die vorgeschaltete Zerkleinerung in
diesen Korngrößen jedoch überwiegend Metalle vorliegen, ist dieser Klas
sierschritt für eine effektive Entschrottung vorteilhaft. Mittels eines
ersten Magnetscheiders 7 wird hier aus dem Siebüberlauf Grobschrott ausge
hoben. An den Magnetscheider 7 anschließbar ist eine Lesestrecke 8, auf
der NE-Metalle ausgelesen werden können, so sie in der Schlacke vorhanden
sind. Als weitere Grobteile des Siebüberlaufs können beispielsweise Kera
mikbestandteile oder Ziegelbruchstücke vorliegen. Diese Fraktion, die im
allgemeinen ebenfalls nur Bruchteile von Prozenten ausmacht, kann der auf
bereiteten Schlacke zugeschlagen oder in die Zerkleinerung 3 zurückgeführt
werden. Der Siebdurchfall wird mittels eines zweiten Magnetscheiders 10
entschrottet. Das magnetische Eisen ist damit weitgehend abgetrennt, wobei
aufgrund der vorstehend beschriebenen Problematik der mit abnehmender
Korngröße zunehmend komplex verwachsenden Schlacke eine vollständige Ab
trennung erschwert ist.
Die Metalle liegen in der Verbrennungsschlacke als Eisen- und Nichteisen
verbindungen vor. Neben der Entschrottung bedarf es daher auch einer NE-
Metallabscheidung. Als ein Verfahrensschritt zur Gewinnung von NE-Metallen
dient ein Sortieren nach den elektrischen Eigenschaften der einzelnen
Schlackekomponenten. Gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel wird zumindest
ein Teil des Siebdurchlaufs des Siebs 6 nach den elektrischen Eigenschaf
ten sortiert. Hierzu dient im allgemeinen eine Wirbelstromschichtung.
Grundsätzlich ist auch eine Entfrachtung der NE-Metalle mit einem Elektro
scheider möglich. Allerdings bedarf es dann überwiegend einer mehrstufigen
Nachreinigung einzelner Fraktionen um einen signifikanten Anreicherungsef
fekt zu erreichen.
Die zum Sortieren nach den elektrischen Eigenschaften, insbesondere zur
Wirbelstromscheidung, vorgesehenen Korngrößen werden mittels eines Siebs
11, das an den Auslaß des zweiten Magnetscheiders 10 anschließt, abge
trennt. Mittels des Siebs 11 wird der Siebdurchlauf der Korngrößen bis
hinab zu wenigen Millimeter abgetrennt und dem Sortieren nach den elektri
schen Eigenschaften zugeführt. Gemäß dem Ausführungsbeispiel beträgt der
Korngrößenbereich für die Wirbelstromscheidung 45 bis 4mm. Die obere und
untere Grenze der Korngrößen können jedoch variieren, vorzugsweise im Be
reich von 50 bis 2 mm. Aufgrund des Korngrößeneinflusses wird die Wirbel
stromscheidung zur Abtrennung von NE-Metallen vorzugsweise mehrstufig
durchgeführt, sofern der zu sortierende Korngrößenbereich so groß ist, daß
eine ausreichende Trennschärfe einstufig nicht mehr gewährleistet ist und
eine Nachreinigung erforderlich wäre. Hier wird mittels des Siebs 11 der
Siebdurchfall in zwei Fraktionen für eine anschließende Wirbelstromschei
dung aufgeteilt, beispielsweise <10 mm und 10-4 mm. Die NE-Metallab
scheidung erfolgt also zweistufig, wobei für die beiden Korngrößenbereiche
ein gemeinsamer Rotor oder zwei getrennte Wirbelstromscheider 12, 13 vor
gesehen sein können.
In einem weiteren Verfahrensschritt wird eine Dichtesortierung vorgenom
men. Die Korngrößenfraktion mit Korngrößen von wenigen Millimetern, vor
zugsweise unter 4mm, die keine Sortierung nach den elektrischen Eigen
schaften durchlaufen hat und der nicht NE-Metallanteil der vorhergehenden
Sortierung, werden nunmehr mittels eines bewegten Fluids in Abhängigkeit
vom unterschiedlichen spezifischen Gewicht getrennt. Dieses Fluid ist vor
zugsweise Wasser oder eine Schwertrübe, um einen Waschvorgang der Schlacke
zu erreichen. Da dieser letzte Verfahrensschritt den Stoffstrom "aufberei
tete Schlacke" erzeugt, die entweder als Deponiegut oder als Baustoff mit
Wasser in Berührung kommt, ist ein Waschvorgang erwünscht.
Als naßarbeitender Dichtesortierer kann insbesondere eine Setzmaschine 14
Verwendung finden. Bei der Setzmaschine 14 strömt durch eine Schich
tung des noch verbliebenen Schlackenanteils ein vertikal pulsierendes Flu
id. Während des Aufhubes wird die Schichtung soweit gelockert, daß die
einzelnen Teilchen unabhängig voneinander entsprechend ihren granulometri
schen Eigenschaften dem Aufstrom folgen können. Gleiches passiert beim Ab
hub. Durch diesen Prozeß wandern bei jedem Hubzyklus spezifisch schwere
Teilchen nach unten, und die spezifisch leichteren lagern sich weiter oben
ab. Auf diese Weise können in einem Verfahrensschritt Leichtgut (Unver
branntes), also Stoffe mit geringer Dichte, als auch NE-Metalle mit hoher
Dichte abgtrennt werden. Hierdurch können NE-Metalle, die in der Nichtlei
terfraktion der Wirbelstromscheidung ausgetragen werden, trotzdem zurück
gewonnen werden.
Desweiteren wird mit einem naßarbeitenden Dichtesortierer ein Waschvor
gang durchgeführt, wodurch wasserlösliche Salze, insbesondere in Form von
Sulfaten und Chloriden, abgetrennt werden können. Auch ein an den Schlak
kepartikeln haftender feiner Staubüberzug kann ausgewaschen werden. Da die
Abwässer der Setzmaschine ähnliche Verbindungen enthalten wie Wässer aus
Rauchgasreinigungsanlagen, können sie eventuell mit diesen behandelt wer
den.
Die vorstehenden Ausführungen gelten entsprechend auch für einen Schwimm-
Sink-Scheider, insbesondere ein Schwertrübescheider. Allerdings kann die
Schwertrübe unerwünschte Nachreinungsbehandlungen erforderlich machen.
Gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel wird an Stelle einer Kombination
einer Sortierung nach den elektrischen Eigenschaften und einer Dichtesor
tierung nur eine nasse Dichtesortierung vorgenommen, d. h. es wird ohne
Wirbelstromscheider gearbeitet. Nachdem es heutzutage Setzmaschinen gibt,
die über einen breiten Korngrößenbereich arbeiten, ist allein eine Dicht
sortierung zur Abtrennung von NE-Metallen, Leichtstoffen und gegebenen
falls löslichen Salzen möglich. Sofern die Korngrößenunterschiede zu groß
sind, kann auch zwei- oder mehrstufig unter Verwendung von zwei oder meh
reren Setzmaschinen oder anderen Schwerkraftdichtsortierern gearbeitet
werden. Da für den Betrieb der nassen Dichtesortierung kein gegebenenfalls
vorgetrocknetes Gut erforderlich ist, kann in diesem Fall die Leichtgutab
trennung bzw. der Windsichter entfallen oder durch einen naßarbeitenden
Stromklassierer bzw. ein naßarbeitendes Sieb ersetzt werden.
Claims (32)
1. Verfahren zur Aufbereitung von Müllverbrennungsschlacken, insbesondere
Hausmüllverbrennungsschlacken, bei dem die Rohschlacke zumindest teilweise
zerkleinert sowie gegebenenfalls entstaubt und danach stufenweise vom FE-
und NE-Anteil entfrachtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Ent
frachtung des FE-Anteils eine nasse Dichtesortierung zur Abtrennung einer
Leichtgutfraktion, einer Schwergutfraktion und löslicher Verbindungen
durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nasse Dich
tesortierung mehrstufig für die Korngrößenfraktionen der zerkleinerten und
entschrotteten Schlacke durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nasse
Dichtesortierung über eine Setzarbeit erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nasse
Dichtesortierung über eine Schwimm-Sink-Scheidung erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
nach der Entfrachtung des FE-Anteils eine Sortierung der Schlacke nach den
elektrischen Eigenschaften zur Abtrennung des NE-Anteils durchgefÜhrt
wird, an die sich die nasse Dichtesortierung zur Abtrennung des restlichen
NE-Anteils, von Leichtstoffen, insbesondere Unverbranntem, und löslichen
Verbindungen anschließt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
nach der Entfrachtung des FE-Anteils die Schlacke nach Korngrößenfraktio
nen getrennt und der eine Korngrößenfraktionsbereich nach den elektrischen
Eigenschaften sortiert und der andere Korngrößenfraktionsbereich naß dich
tesortiert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nichtleiter
fraktion des nach den elektrischen Eigenschaften sortierten Korngrößen
fraktionsbereichs nachfolgend der nassen Dichtesortierung zur Abtrennung
des restlichen NE-Anteils, von Leichtstoffen, insbesondere Unverbranntem,
und löslichen Verbindungen zugeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Korngrößenfraktionen der zerkleinerten und entschrotteten Schlacke
zwischen 0 und 50 mm, vorzugsweise zwischen 0 und 45 mm, nachfolgend sor
tiert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sortierung nach den elektrischen Eigenschaften für die Körngrößen grö
ßer 3 bis 10 mm, vorzugsweise größer 4 bis 5 mm, erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sortierung nach den elektrischen Eigenschaften eine Wirbelstrom
scheidung ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirbel
stromscheidung zweistufig für einen Bereich größerer und einen Bereich
kleinerer Korngrößen erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste
Wirbelstromscheidung für die Korngrößen 10 bis 50 mm, vorzugsweise 10 bis
45 mm, und eine zweite Wirbelstromscheidung für die Korngrößen 3 bis 10
mm, vorzugsweise 4 bis 10 mm, durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die nasse Dichtesortierung für die Schlacke der Korngrößen 0 bis 10
mm, vorzugsweise 0 bis 4 mm, durchgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die gesamte, von groben Störstoffen getrennte Rohschlacke der Zerklei
nerung zugeführt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohschlak
ke kleiner 200 mm zerkleinert wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohschlacke auf Grobsandqualität selektiv zerkleinert wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke zur Entfrachtung des FE-Anteils in mindestens zwei Korn
größen klassiert wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohschlacke in einer vorbereitenden Verfahrensstufe getrocknet
wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß nach der Zerkleinerung die gesamte Schlacke einer Windsichtung zum Ab
trennen der flüchtigen Bestandteile unterzogen wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlacke zur Abtrennung von Leichtgut nach der Zerkleinerung durch
einen naßarbeitenden Stromklassierer oder ein naßarbeitendes Sieb geführt
wird.
21. Vorrichtung zur Aufbereitung von Müllverbrennungsschlacke, insbesonde
re Hausmüllverbrennungsschlacke, zur Durchführung des Verfahrens nach ei
nem der vorstehenden Ansprüchen mit einer Aufeinanderfolge verschiedener
Verfahrensbausteine, bestehend aus einem Zerkleinerer, gegebenenfalls ei
nem Entstauber, einem Magnetscheider und einem Sortierer zur Abtrennung
von NE-Metallen, dadurch gekennzeichnet, daß als Sortierer ein naßarbei
tender Dichtesortierer zur Abtrennung einer Leichtgutfraktion, insbesonde
re Unverbranntes, einer Schwergutfraktion, insbesondere NE-Metalle, und
von löslichen Verbindungen, insbesondere von löslichen Salzen, vorgesehen
ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der naßar
beitende Dichtesortierer von einer oder mehreren stufenweise arbeitenden
Setzmaschinen (14) gebildet wird.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß der naßar
beitende Dichtesortierer von einem oder mehreren stufenweise arbeitenden
Schwertrübescheidern gebildet wird.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeich
net, daß dem Dichtesortierer (14) ein oder mehrere stufenweise arbeitende
Wirbelstromscheider (12, 13) vorgeschaltet sind.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeich
net, daß dem Magnetscheider (10) eine Klassiereinrichtung zur Trennung der
zerkleinerten und entschrotteten Schlacke in mindestens zwei Korngrößen
fraktionen nachgeordnet ist und mindestens einem der Klassierausgänge der
Dichtesortierer (14) und dem oder den anderen Klassierausgängen ein oder
mehrere stufenweise arbeitende Wirbelstromscheider (12, 13) nachgeord
net sind.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang
für die Nichtleiterfraktion des oder der Wirbelstromscheider (12, 13) mit
einem Eingang des naßarbeitenden Dichtesortierers (14) verbunden ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 25 oder 26, dadurch gekennzeichnet, daß als
Klassiereinrichtung ein Sieb (11) zur Trennung in mindestens zwei Korngrö
ßen vorgesehen ist.
28. Vorrichtung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichte
sortierer (14) dem Siebdurchlauf für die kleinsten Korngrößen direkt nach
geordnet ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet, daß das
Sieb (11) in die Korngrößen größer 10 mm, zwischen 10 und 4 mm, kleiner 4
mm trennt.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 29, dadurch gekennzei
chnet, daß der Zerkleinerer (3) als Hammermühle, Shredder, oder Prallmühle
ausgebildet ist.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 30, dadurch gekennzeich
net, daß zwischen Zerkleinerer (3) und Magnetscheider (10) eine Leichtgut
abtrennvorrichtung angeordnet ist.
32. Vorrichtung nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichent, daß die Leicht
gutabtrennvorrichtung als Sichter (4) oder naßarbeitender Stromklassierer
bzw. naßarbeitendes Sieb ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914123277 DE4123277C1 (en) | 1991-07-13 | 1991-07-13 | Handling waste combustion slag allowing removal of valuable materials - by reducing raw slag material and then removing dust components and wet sorting to separate light fraction |
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|---|---|---|---|
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